Noch vor wenigen Monaten war Dart beim DJK Ewaldi eine kleine, neue Sparte – heute wächst sie rasant, auch im Jugendbereich. Im Mehrzweckraum der traditionsreichen Sportstätte an der Ramhofstraße 1 fliegen seit Januar regelmäßig die Pfeile. Dienstagnachmittags gehört der Raum dem Nachwuchs, der hier konzentriert, aber vor allem mit viel Spaß trainiert.
„Wir sind ehrlich gesagt selbst überrascht, wie groß der Zuspruch ist“, sagt der erste Vorsitzende Markus Fittinghoff. Die Darts-Abteilung des Vereins wurde erst im Juni 2025 gegründet, das Jugendtraining startete Anfang dieses Jahres. Dass sich die Erwartungen so schnell übertroffen haben, liegt für Fittinghoff auch an den Rahmenbedingungen: „Hier gibt es kein Kneipen-Flair. Das ist ein sportlicher Raum, in dem sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen können.“
Der Impuls für das Jugendtraining kam von Marc Gaßmann. Der 56-jährige Sozialpädagoge aus Dortmund-Scharnhorst ist selbst Vater zweier Söhne und leidenschaftlicher Dartspieler. Die Suche nach einem Verein mit einem echten Nachmittagsangebot für Kinder blieb zunächst erfolglos. „Im Seniorenbereich beginnt das Training oft erst abends, das passt einfach nicht für Kinder, die morgens früh zur Schule müssen“, erklärt Gaßmann. Also sprach er den DJK Ewaldi an und stieß dort auf offene Türen. Heute fährt er einmal pro Woche mit dem Bus zur Sportstätte, bringt teilweise sogar Jugendliche aus Scharnhorst mit.
Trainiert wird aktuell dienstags von 16.30 bis 18 Uhr, bei Bedarf auch etwas länger. Im Seniorenbereich ist das Angebot inzwischen auf drei Trainingstage pro Woche angewachsen. Fünf Dartscheiben stehen zur Verfügung, was die Gruppengröße begrenzt. „Zehn Kinder pro Einheit sind ideal“, so Gaßmann. „Dann kann man individuell arbeiten.“
Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Leistungsgedanke, sondern der Spaß. „Natürlich bringen wir Haltung, Wurftechnik und Grundlagen bei“, sagt der Trainer. „Aber wenn die Kinder keinen Spaß haben, funktioniert gar nichts.“ Kleine interne Turniere, Pausen und spielerische Übungen gehören fest zum Ablauf. Je nach Alter und Können wird individuell entschieden, ob von der offiziellen Wurflinie oder etwas weiter vorne geworfen wird. Auch pädagogische Effekte spielen eine Rolle. Gespielt wird unter anderem mit digitalen Zählsystemen auf Tablets, die beim Rechnen helfen. „Gerade Kinder mit Mathe-Schwierigkeiten profitieren davon“, erklärt Gaßmann. „Sie merken, dass sie besser werden.“
Für den DJK Ewaldi fügt sich das Angebot nahtlos ins Vereinsverständnis ein. „Unser Slogan lautet ‚Sport um des Menschen Willen‘“, betont Fittinghoff. Mit über 2.000 Mitgliedern in inzwischen acht Sparten stehe der Verein für Gemeinschaft, Bewegung und Wohlbefinden. Das neue Jugend-Darttraining sei dafür ein weiteres gutes Beispiel. Wie es weitergeht, hängt vom Zulauf ab. Perspektivisch kann sich Gaßmann vorstellen, die Gruppen altersmäßig zu trennen, etwa in 8- bis 12-Jährige und 12- bis 18-Jährige. Dafür bräuchte es allerdings zusätzliche Betreuer oder weitere Räume. „Das ist Zukunftsmusik“, sagt er. „Im Moment freuen wir uns einfach, dass die Kinder so gerne kommen.“
Fest steht schon jetzt: Aus einer spontanen Idee ist in kurzer Zeit ein fester Bestandteil des Vereinslebens geworden – und ein neues sportliches Angebot für junge Dortmunderinnen und Dortmunder.
















