Der Schützenverein BSV Aplerbeck hat Jana Landwehr für ihre beiden Weltmeistertitel im Target Sprint geehrt. „Im Einzel Gold – und im Team nochmal. Doppelt Weltmeisterin“, rief der Erste Vorsitzende Bernhard Fuest stolz ins gut gefüllte Vereinsheim. Landwehr, die seit drei Jahren im Verein trainiert, betonte in ihrer Dankesrede, wie sehr sie die Unterstützung im Verein schätzt. „Wir sind hier so gut aufgenommen worden. Der Verein hat uns alles ermöglicht, was wir brauchten“, sagte sie. Die besondere Trainingsanlage, die ganzjährig Klappscheibenbetrieb erlaubt, gilt bundesweit als Ausnahme und hat dem Standort viel Anerkennung eingebracht. Künftig soll Landwehr im Schießstand des Vereins auch dauerhaft sichtbar geehrt werden.
Doppelgold in Ägypten
Die Schießsport-Weltmeisterschaft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo verlief für das deutsche Team außergewöhnlich erfolgreich: Acht WM-Titel und zwölf Medaillen sprechen für eine starke internationale Stellung. Landwehr selbst gewann Gold im Einzel und mit ihrem Team. Der Target Sprint kombiniert drei 400-Meter-Laufrunden mit zwei Schießeinlagen auf fünf 35-Millimeter-Klappscheiben. Geschossen wird stehend mit einem Druckluftgewehr; maximal zehn Schuss stehen pro Serie zur Verfügung. Verfehlte Scheiben bedeuten jeweils zehn Sekunden Zeitstrafe in der Strafbox. Durch den Massenstart ist das Format klar, schnell und für Zuschauende leicht nachvollziehbar. „Alle starten gemeinsam, und wer zuerst im Ziel ist, gewinnt“, beschreibt Landwehr den Reiz der Disziplin. Trotz der kurzen Wettkampfdauer von meist unter fünf Minuten erfordert der Sport gute Vorbereitung, intensive Technikarbeit und hohe Belastungsverträglichkeit. Der Target Sprint wird seit 2017 von der International Shooting Sport Federation gefördert und gilt als moderne Chance für die Nachwuchsgewinnung im Schießsport.
Trotz ihrer starken Vorbereitung reiste Landwehr mit überraschend niedrigen Erwartungen zur Weltmeisterschaft. Sie hatte ihr Training zuvor bewusst reduziert und wollte ohne Druck an den Start gehen. „Ich wollte einfach ein gutes Rennen machen. Der Kopf war frei – mehr hatte ich mir gar nicht vorgenommen“, sagte sie rückblickend. Dass am Ende zwei Goldmedaillen stehen würden, war für sie kaum vorstellbar. Gerade diese Gelassenheit erwies sich jedoch als Vorteil und trug entscheidend zu ihrem Erfolg in Kairo bei.
Ein Abschied am Höhepunkt
Nach intensiven Jahren möchte Landwehr zunächst eine sportliche Pause einlegen. „Ich brauche ein Jahr Abstand“, erklärte sie, bleibt dem Verein jedoch weiterhin verbunden. International wird sie nicht mehr antreten. Sie möchte lieber ihre Trainingsgruppe unterstützen und in Aplerbeck auch künftig helfen, talentierten Nachwuchs zu fördern. Als Landesreferentin Sommerbiathlon im Westdeutschen Schützenbund bringt sie bereits jetzt ihre Fachkenntnis ein und setzt sich dafür ein, jungen Sportlerinnen und Sportlern den Einstieg zu erleichtern.
Dabei macht sie keinen Hehl aus den Herausforderungen: Nachwuchssorgen und rückläufige Strukturen beschäftigen viele Vereine. Genau hier sieht sie ihre Rolle: „Es macht mir Freude, junge Leute zu unterstützen.“ Ihr Engagement beim BSV Aplerbeck – vom Training bis zur möglichen Kooperation mit Schulen – soll dazu beitragen, neue Talente zu gewinnen und den Sport langfristig zu stabilisieren.
So vereint ihr Abschluss in Aplerbeck sportlichen Erfolg mit einer klaren Botschaft: Nur durch kontinuierliche Nachwuchsarbeit kann eine junge Disziplin wie der Target Sprint wachsen – und genau dafür möchte Jana Landwehr sich künftig noch stärker einsetzen.

















