Die Zielfahne steckt fest im Boden. Bis zum 10. Januar muss der Steigerturm veranstaltungsbereit sein, denn für diesen Abend hat der Verein Unsere Mitte Steigerturm das erste Konzert in seinem umgebauten Bürgerzentrum angesetzt. Mit der Fertigstellung des Anbaus und dem Außenanstrich aber sind bereits wesentliche Meilensteine genommen.
Barrierefreier Umbau
Ende August meldete Burkhard Treude als Vereinsvorsitzender Vollzug. Nachdem der Steigerturm zwischen fertigem Anbau und altem Feuerwehrgerätehaus nun dem Vereinsnamen entsprechend tatsächlich in der Mitte steht, ist er auch fertig verputzt und gestrichen. Auch hinter der Turmfassade tut sich einiges in Sachen Treppenhaus.

Gleichzeitig ist der Fahrstuhlschacht bereits erkennbar, verfolgt man an der Berghofer Schulstraße doch das Ziel vollständiger Barrierefreiheit. Nicht überall gestaltet sich dieses Vorhaben problemlos, handelt es sich bei Turm und Feuerwehrgerätehaus doch um historische Gebäude mit Höhenunterschieden, die die Gewerke „überwinden müssen, damit es keine Stufen gibt“, wie Burkhard Treude formuliert. Auch eine besondere Form der Fußbodenheizung ist aus Gründen der bestehenden Bausubstanz erforderlich.
Diese und ähnlich Themen hatten in der Vergangenheit zu viel Skepsis in der Nachbarschaft geführt, was das Umbauprojekt von Unsere Mitte Steigerturm betrifft. „Das kriegen die sowieso nicht gebacken. Das hätten sie lieber abreißen sollen“, hieß es damals laut Treude von verschiedenen Seiten. „Solche Stimmen“ aber seien inzwischen „total verstummt, weil alle mittlerweile sehen, dass das wirklich ein architektonisches Highlight ist“. Teil dieser Einschätzung stelle auch „die Aufrechterhaltung dieses historischen Bezugs“ dar, die gleichzeitig bauliche Probleme mit sich bringt.
Neubau mit Bürgerbüro und Bildungsforum
Vergleichsweise weit fortgeschritten sind die Arbeiten im Neubau, konnte man hier doch von Beginn an dem barrierefreien Ansatz folgen. Fußbodenheizung und Estrich sind bereits verlegt, für die Photovoltaik-Anlage, bestehend aus 27 Modulen, ist der Auftrag vergeben. Auch das geplante ebenerdige Bürgerbüro, das allen Menschen in Berghofen als Anlaufstelle für etwaige Fragen und „hinweisende Beratung“ dienen soll, ist so gut wie fertig.

Die zu lösenden Aufgaben sind im Neubau eher technischer Natur. So hat der zweite Vorsitzende von Unsere Mitte Steigerturm Helmer Lennertz, von Hause aus Licht- und Tonexperte, bereits ein Seminar „bei einem Akustikpapst“ belegt, um den starken Hall im zukünftigen Bildungsforum „in den Griff zu bekommen“, so Thilo Zwiehoff als Baubeauftragter von Seiten des Vereins.
Heimatforum, Küche und Kulturforum
Bereits durchgeplant ist das Beleuchtungskonzept für das Bildungsforum, mit Schienen an der Decke „und alles ist dimmbar“, erklärt Vorsitzender Treude, „sodass man überall die jeweils gewünschten Lichtstimmungen herstellen kann“. Bei Tageslicht aber bietet der Raum an sich durch seine bodentiefen Fenster bereits optimale Bedingungen, beispielsweise für Kunstausstellungen. Für Lesungen, Yoga oder Malkurse steht hingegen das Heimatforum im ersten Stock des alten Feuerwehrgerätehauses zur Verfügung.

Darunter befindet sich das zukünftige Kulturforum mit angrenzender Küche, die bald einen Cafébetrieb an drei bis vier Tagen in der Woche ermöglichen soll. „Wir sind jetzt gerade mit einem professionellen Küchenplaner am Start“, verspricht Burkhard Treude eine hochwertige Kücheninsel.
Das eigentliche Kulturforum soll der „Hauptveranstaltungsraum“ werden, kündigt Thilo Zwiehoff an: „Hier finden unsere ganzen Musikveranstaltungen statt.“ Wenn alles nach Plan läuft – und danach sieht es derzeit aus – werden „Blues Lettuce“ hier das frisch umgebaute Bürgerzentrum Anfang Januar offiziell einweihen.

















