Mit Harry Pötschke ist am 6. Februar 2026 im Alter von 87 Jahren eine bekannte Unternehmerpersönlichkeit gestorben. Sein Name steht für den behutsamen, aber konsequenten Aufbau eines Familienbetriebs – und für einen Gärtner, der seinen Beruf nie nur als Arbeit verstand, sondern als Berufung.
Vom Markthandel zum Gartencenter
Die Anfänge reichen zurück in die 1950er-Jahre. Am 1. November 1957 wurde zunächst eine Einzelhandelsverkaufsstelle für Sämereien, Blumenzwiebeln und Pflanzen angemeldet. Gemeinsam mit seinem Vater Gerhard eröffnete Harry Pötschke im März 1968 ein erstes Verkaufsgewächshaus am Overberger Weg in Lichtendorf. 210 Quadratmeter groß, markierte es die eigentliche Geburtsstunde des heutigen Gartencenters.
Der Markthandel blieb über viele Jahre ein zentrales Standbein. Von Lichtendorf aus wurden Wochenmärkte in der Region mit Saatgut für Nutz- und Zierpflanzen beliefert. Später erweiterten selbst angebaute Blumen das Sortiment. Nach dem Ausscheiden seines Vaters führte Harry Pötschke den Betrieb ab 1980 eigenständig weiter und baute ihn Schritt für Schritt aus. Aus der kleinen Gärtnerei entwickelte sich ein modernes Gartencenter mit heute rund 7.000 Quadratmetern Fläche, davon etwa 5.000 Quadratmeter überdacht.

Berater mit Leidenschaft
Viele Kundinnen und Kunden verbanden mit einem Besuch nicht nur den Einkauf, sondern auch das persönliche Gespräch. Harry Pötschke galt als erfahrener Fachmann mit fundiertem Wissen rund um Pflanzen, Böden und Saatgut. Vor allem aber war er jemand, der sich Zeit nahm. Seine herzliche Art und seine Freude am Austausch machten ihn zu einem geschätzten Ansprechpartner. Noch bis ins hohe Alter war er regelmäßig im Betrieb anzutreffen – und wurde von Stammkunden immer wieder gefragt: „Wie geht es Harry?“

Engagement über das Geschäft hinaus
Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte sich Harry Pötschke über viele Jahre im Bürgerschützenverein Lichtendorf-Geisecke. Dort übernahm er Verantwortung als Vorsitzender und wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zweimal errang er die Königswürde und repräsentierte den Verein über die Ortsgrenzen hinaus. Auch am Bau des Vereinsheims war er maßgeblich beteiligt.
Privat hinterlässt er seine Ehefrau, zwei Kinder, vier Enkel und zwei Urenkel. Seit 2023 führen seine Enkel Christian und Markus Pötschke das Unternehmen in vierter Generation weiter, nachdem sie es von ihrem Vater Ralf übernommen haben.
Seine letzte Ruhestätte fand Harry Pötschke auf dem Evangelischen Friedhof in Geisecke. In vielen Gärten jedoch wird sein Name weiterleben: Eine Rose mit leuchtend orange-roten Blüten trägt seinen Namen – als bleibende Erinnerung an einen Mann, dessen Lebenswerk in Lichtendorf weiterblüht.

















