Nach rund sieben Monaten Pause hat das Aplerbecker Hallenbad wieder geöffnet. Was ursprünglich als planmäßige Sommerschließung vorgesehen war, entwickelte sich zu einer umfassenden Sanierungsphase mit mehreren unvorhergesehenen Problemen. Schulen, Vereine und Badegäste mussten deutlich länger warten als geplant.
„Vorgesehen war von Anfang an eine Filtersanierung“, erklärt der stellvertretende Badleiter Christian Gesterkamp. Sämtliche Filteranlagen im Technikbereich seien erneuert worden, zudem wurde eine neue Spülwasseraufbereitungsanlage eingebaut. Künftig wird das beim Rückspülen anfallende Wasser nicht mehr in den Kanal geleitet, sondern aufbereitet und dem Becken wieder zugeführt. „Angeblich sparen wir damit rund 65 bis 75 Prozent Wasser“, so Gesterkamp. Diese Arbeiten seien zunächst reibungslos verlaufen.
Riss in der Folie machte Weiterbetrieb unmöglich
Die eigentlichen Probleme traten erst nach Abschluss der geplanten Maßnahmen auf. Bei weiteren Kontrollen wurde festgestellt, dass die Schwallwasserbehälter undicht waren. „Wir hatten einen Riss in der Folie. Das Wasser ist unter die Folie ins Mauerwerk gelaufen“, berichtet Gesterkamp. Auf Dauer hätte dies massive Schäden verursacht. „Irgendwann würde das Becken so porös werden, dass es in sich zusammenfällt.“
Die Becken mussten vollständig entleert, alte Folien entfernt und neue eingesetzt werden. Zusätzlich waren Kernbohrungen notwendig, Abflüsse und Bodenabläufe mussten an heutige DIN-Vorgaben angepasst werden. Da ohnehin größere Arbeiten liefen, wurde auch das zweite Becken direkt mit saniert. „Wenn man ein Becken macht, sollte man das andere direkt mitmachen“, so Gesterkamp.
Die Suche nach spezialisierten Fachfirmen sowie die Abstimmung mit der Stadt Dortmund, die sich an den Kosten größerer Maßnahmen beteiligte, kosteten Zeit. „Dadurch, dass wir schon so lange geschlossen hatten, musste das alles eigentlich ziemlich schnell gehen“, sagt der stellvertretende Badleiter – was in der Praxis jedoch kaum möglich war.

Foto: Wir in Dortmund
Legionellen nach monatelangem Stillstand
Als die baulichen Arbeiten nahezu abgeschlossen waren, folgte die nächste Verzögerung. Durch den rund siebenmonatigen Stillstand hatten sich Legionellen in den Wasserleitungen gebildet. „Normalerweise haben wir hier von morgens bis abends Durchfluss. Das hatten wir jetzt monatelang nicht – das ist natürlich perfekt für Legionellen“, erklärt Gesterkamp.
Statt einer einmaligen chemischen Reinigung entschied man sich für eine dauerhafte Lösung. Eine Chlordioxidanlage wurde eingebaut, Kostenpunkt rund 20.000 Euro. „Die Anlage ist jetzt immer da. Bei künftigen Schließzeiten können wir die Leitungen vor der Wiedereröffnung reinigen und haben das Problem nicht mehr“, so Gesterkamp. Zwar ist die Anlage aktuell nicht im Dauerbetrieb, sie dient aber als Absicherung für die Zukunft.
Bis alle Wasserproben ausgewertet und vom Gesundheitsamt freigegeben waren, vergingen weitere Wochen. „Allein die Ergebnisse dauern immer zehn bis zwölf Tage“, sagt Gesterkamp. Erst danach konnte die Wiedereröffnung erfolgen.
Ursprünglich war die Schließung vom 7. Juli bis zum 31. August 2025 geplant. Am Ende blieb das Bad fast sieben Monate geschlossen. „Das war eine sehr anstrengende Zeit“, bilanziert der stellvertretende Badleiter. „Wir waren trotzdem jeden Tag hier, haben die Firmen begleitet und alles koordiniert.“
Mit der Wiedereröffnung kehrt nun auch für Schulen und Vereine wieder Normalität ein. Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Sportvereine hatten über Monate auf Ausweichlösungen zurückgreifen müssen. Jetzt ist das Aplerbecker Hallenbad wieder in Betrieb – technisch modernisiert und für die kommenden Jahre besser aufgestellt als zuvor.
















