„Frau Pietsch muss bleiben!“, war für alle Mitglieder der Bezirksvertretung Aplerbeck, die am Dienstagnachmittag den Sitzungssaal betraten, deutlich in bunten Blockbuchstaben zu lesen. Die Pappe, die sie mit dem Schriftzug versehen hatten, reckten die Kinder der Gerhart-Hauptmann-Grundschule mit sichtlicher Verve in die Höhe.
Diese Dringlichkeit rührt aus dem auslaufenden Vertrag der Sekretariatshelferin der Schürener Schule. Seit fünf Jahren arbeitet sie an der Unteren Pekingstraße als „gute Seele“ und „Goldstück“ für die gesamte Schulgemeinschaft, wie die Elternpflegschaftsvorsitzende Alina Murat versichert. Doch nun soll Schluss sein. Zum 31. Oktober läuft Frau Pietschs Vertrag aus, eine Verlängerung ist nicht in Sicht. Auch der Brief, den die Schulleitung an das Schulverwaltungsamt geschrieben hat, blieb bislang ohne Erfolg, sodass die Sekretariatshelferin dem Stand der Dinge nach bald gehen muss. „Das möchte Frau Pietsch nicht, das möchten die Schüler nicht, das möchten die Lehrer nicht und die Eltern auch nicht“, bekräftigt Murat.
„Kaum ein Elternteil“, bestätigt ihre Kollegin Regina Streich, „kennt alle Lehrer, aber alle kennen Frau Pietsch“. Elternvertreterin Anna Stoltefuß betont außerdem den emotionalen Wert, den die Sekretariatshelferin für die Schule habe: „Ich könnte weinen, wenn ich daran denke, dass wir die Frau Pietsch nicht mehr haben.“ Auf dem Weg in die Bezirksverwaltungsstelle habe ihre Tochter Jaelyn berichtet, „dass Frau Pietsch immer da ist“, grundsätzlich benötigte Kühlpacks schnell parat habe und auch als „Weihnachtsengel“ weiterhin gebraucht werde. „Es wäre wirklich eine große Lücke“, fasst Elternpflegschaftsvorsitzende Murat zusammen.
Daher wandten sich Kinder und Eltern nun an die Bezirksvertretung mit der Bitte, „alles in Ihrer Macht Stehende zu tun“, so Murat, um Frau Pietsch an der Gerhart-Hauptmann-Schule zu halten. Mitgebracht hatten die Kinder und Eltern außerdem eine Liste mit über 200 Unterschriften, die sie an ihrer Schule gesammelt hatten. Und wer weiß, vielleicht gibt es an der Unteren Pekingstraße ja in diesem Jahr doch wieder einen Weihnachtsengel.
















