Daran muss sich der Fußball-Fan erst einmal gewöhnen: Mit den Abschieden von Samir Habibovic und Michael Linke endete am Aplerbecker Waldstadion im Laufe des letzten Dreivierteljahres eine echte Ära. Andererseits wäre der ASC nicht der ASC, wenn der Wechsel an der Spitze eine echte Kursänderung nach sich gezogen hätte.
Vielmehr steht auch der neue Fußball-Chef David Adams für eine Politik der ruhigen Hand und kann dabei selbst als perfektes Beispiel für den Faktor „Kontinuität“ herhalten: Im Stadtteil geboren, trat der 30-Jährige bereits seit dem frühen Grundschulalter fast durchgehend selbst für die Aplerbecker vor den Ball. Den ersten Schritt auf die Verwaltungsseite wagte der neue „Chef“ dann zum vorletzten Jahreswechsel mit seiner Wahl in den erweiterten Vorstand.
Als der ASC-„Flurfunk“ zum womöglich anstehenden Abschied Michael Linkes sich zur Gewissheit wandelte, trauten viele im Verein dem „Aplerbecker Jungen“ die Nachfolge zu – und der ließ seinen Club nicht im Stich. David Adams’ Begründung für seine Entscheidung könnte klassischer kaum sein: „Es ist mir“, erläutert er, „einfach wichtig, dass es dem Verein gut geht. Und wenn man etwas bewegen will, muss man bekanntlich Verantwortung übernehmen.“ Dass das langjährige Vorgänger-Duo gleichwohl im Bedarfsfall gerne noch mit Rat zur Seite steht, versteht sich von selbst.
Mit der Durchführung des Hecker-Cups haben der neue Fußball-Abteilungsleiter und sein Sportlicher Leiter Dennis Hübner gleich mal den definitiven Stresstest hinter sich gebracht. „In den zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel verbringt man sicherlich zehn Stunden täglich hier auf der Anlage“, ordnet er die Anforderungen ein. Ab sofort gilt dann die Aufmerksamkeit also der neuen Saison, und auch „auf’m Platz“ muss sich die Anhängerschaft des Clubs auf den einen oder anderen neuen Namen einstellen. Nicht an der Seitenlinie selbstverständlich, von der aus Ex-BVB-Profi Marco Stiepermann den ASC in den letzten zwei Jahren auf Erfolgskurs gehalten und bis dicht an die Regionalliga gebracht hat. Und auch der Kader, stellt Dennis Hübner klar, befinde sich trotz einiger Zu- und einiger Abgänge keineswegs in einer Umbruchphase, da das Gerüst nach wie vor Bestand habe. Dem Prinzip, talentierte Nachwuchskräfte einzubinden, ist man aber offenbar noch nie so sehr gefolgt wie in dieser Spielzeit: „Meines Wissens“, sinniert er, „stellen wir in diesem Jahr nach Gievenbeck und den 2. Mannschaften das jüngste Liga-Team.“ Geht es nach dem Willen von Trainerstab und Vorstand, packt die in Teilen erneuerte, junge Truppe in dieser Spielzeit in puncto Konzentration und Absicherung noch ein bisschen obendrauf. Dies übrigens auch ein Aspekt, den es nach Meinung des Sportlichen Leiters an den Auftritten des Heimteams beim Hecker-Cup zu kritisieren gab: „Wir müssen unbedingt besser darin werden, einen knappen Vorsprung nach Hause zu bringen und hinten die Null zu halten“, schreibt er seinen Spielern ins Stammbuch.
Oben in der Liga mitzuspielen bleibt nämlich selbstverständlich auch in der kommenden Saison Aplerbecker Anspruch, das Tor zur Regionalliga jedoch muss dabei nicht zwingend aufgestoßen werden. Ohnehin entlockt der Gedanke an die höhere Spielklasse und die im Falle eines Aufstiegs vom Verband verordneten rigiden Auflagen den beiden Lenkern der ASC-Fußballabteilung einen kollektiven Seufzer. „Warten wir erstmal ab, welche neuen Regelungen demnächst beschlossen werden“, rät Dennis Hübner und hofft einstweilen auf Einsicht aufseiten des FLVW. Davon wolle man dann abhängig machen, ob man sich das Abenteuer Regionalliga so ganz grundsätzlich überhaupt noch vorstellen könne – die Erfahrungen des Stadtkontrahenten Türkspor funktionieren hier sicherlich als Warnung.
Apropos Türkspor: Das Aufeinandertreffen mit dem Club aus der Nordstadt am 2. Spieltag war selbstverständlich sowohl Standortbestimmung als auch Prestige-Duell. Und selbstverständlich eine willkommene Gelegenheit, Werbung für den höherklassigen Amateursport zu machen, weswegen sich Adams, Hübner und ihr Team erfolgreich um eine Verlegung des Matchs auf den Samstag bemühten.
Diese Karte könnte, geht es nach den Vorstellungen des Duos, in Zukunft ohnehin häufiger in einer Saison gespielt werden. „Natürlich müssen wir dabei immer im Auge behalten, ob und wann der BVB ein Heimspiel hat“, hebt David Adams die entscheidende Frage hervor. „Aber wenn es da keine Terminkollision gibt, macht es durchaus Sinn, den Leuten samstags hier zu beweisen, was Dortmunds Amateurfußball bieten kann: Nämlich klasse Bewirtung, gemütliche Atmosphäre, sehr guten Sport – und das alles sogar ohne Videoassistent“, schmunzelt er. „Man könnte auch sagen: „Hier ist Tor noch Tor!“















