Beim ASC 09 Dortmund hat die gesamte Führung des Jugendfußballs ihre Ämter niedergelegt – ein geschlossener Rücktritt, über den sowohl der Hauptverein als auch die Fußballabteilung informiert wurden. Als Auslöser nennt der Verein keine einzelne Streitfrage, sondern spricht allgemein von unterschiedlichen Sichtweisen auf zentrale Fragen der Vereinsführung, die zwischen den beiden Vorständen auf der einen und der bisherigen Jugendleitung auf der anderen Seite bestanden hätten. Weitere Einzelheiten nennt der Klub nicht.
19 Jugendmannschaften betroffen
Der Rücktritt trifft mit 19 Juniorenteams eine der größten Nachwuchsabteilungen im Kreis Dortmund. Mehrere hundert Kinder und Jugendliche sind dort aktiv, von den Minikickern bis zur A-Jugend. Dominik Altfeld, der gemeinsam mit David Adams kommissarisch die Leitung übernommen hat, bestätigt, dass es bereits vereinzelt Gespräche mit Jugendtrainern gegeben habe. Von einer angespannten Stimmung will er dabei nicht sprechen: „Alles in allem ist es jetzt, und das kann ich sagen, gerade jetzt die Tage danach, ist es ruhig. Die Leute wissen grob Bescheid.“
Kommissarische Leitung soll Spielbetrieb sichern
Für die Übergangszeit übernehmen David Adams und Dominik Altfeld als Vorsitzender beziehungsweise Stellvertreter der Fußballabteilung kommissarisch die Leitung des Jugendbereichs. Auf den laufenden Trainings- und Spielbetrieb habe das keinen Einfluss, versichert der Verein; mit Trainern aus dem Nachwuchsbereich seien bereits erste Absprachen getroffen worden. Ein länger geplantes Trainertreffen soll wie vorgesehen stattfinden, dort wollen Haupt- und Fußballvorstand die Lage erläutern und weitere Schritte besprechen.
Altfeld selbst macht deutlich, dass er dabei nichts überstürzen will: „Wir werden da jetzt keinen Schnellschuss machen“, sagt er. Unterstützung holt er sich unter anderem aus dem Seniorenvorstand, um den laufenden Betrieb abzusichern: „Da werden wir die Aufgaben jetzt erstmal verteilen, sodass wir ganz normal den aktuellen Betrieb aufrechterhalten können.“
Verein will Chance zur Neuausrichtung nutzen
So sehr der Verein die Entwicklung bedauert – er will sie zugleich als Anlass nehmen, die bisherigen Strukturen im Jugendbereich zu hinterfragen und neu zu denken. Man habe in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht, in schwierigen Phasen besonnen zu bleiben, statt in Hektik zu verfallen, heißt es dazu vom Klub. Was damit konkret gemeint ist, erläutert Altfeld genauer. Für ihn hat das Modell, den kompletten Jugendbereich auf eine oder zwei Personen zu konzentrieren, seine Zeit gehabt: „Ich glaube, dass dieses Modell – eine oder zwei Personen, die das machen – nicht mehr ganz zeitgemäß ist.“ Sein Ansatz für die Zukunft ist eine Aufteilung der Verantwortung auf mehrere Schultern, mit klar abgegrenzten Aufgabenbereichen statt einer Person, die für das „große Ganze“ zuständig ist.

















