‚Erst schloss das „Lokrum“, dann bekam die Tankstelle die Kündigung, und im Ort kursierten Abrissgerüchte. Jetzt soll an der Lichtendorfer Straße die Dorfmitte neu entstehen. Der neue Eigentümer Axel de la Cruz will den Gebäudekomplex nicht platt machen, sondern wiederbeleben. Wer in den vergangenen Monaten durch Sölderholz und Lichtendorf lief, hörte vor allem Sorgen: das Restaurant zu, die Tankstelle vor dem Aus, dazu das Gerücht, hier komme ein Bagger und danach ein Neubau. Diese Sorgen sind nun vom Tisch. Der Gebäudekomplex inklusive Tankstelle an der Ecke Lichtendorfer/Eichholzstr. hat neue Eigentümer, und einer von ihnen, Axel de la Cruz, weiß genau, was er nicht will. „Man hätte hier zwar problemlos zwei Mehrfamilienhäuser hochziehen können“, es sei ihm aber ein Herzensanliegen gewesen: „dass ich jetzt nicht alles dichtmache und mir die tolle Chance entgehen lasse ein belebtes Dorfzentrum zu schaffen“.
Stattdessen soll die Ortsmitte, die sich die beiden Stadtteile teilen, wieder das werden, was sie einmal war. „Ich versuche, sie zu reanimieren“, sagt de la Cruz, „mit Tankstelle, Chinesischem Restaurant inklusive Kegelbahn, Pizzeria, Kiosk und Beautysalon.“ Die Idee, den Gebäudekomplex zu kaufen, sei nicht neu, schon vor einigen Jahren habe man sich damit beschäftigt. Sein Anspruch geht dabei weit über das Wirtschaftliche hinaus: „Du brauchst wieder einen Ort, einen Mittelpunkt, wo die Leute sich versammeln können. Das fehlt hier aktuell“ Im Tagesgeschäft der Betriebe will er sich nicht einmischen, er sei „ausschließlich unterstützender Vermieter. Für mich gilt dabei: den Mietern müsse es gut gehen, sonst bringt das niemandem etwas. Auch uns nicht“
Neue Kulinarik: Chinesisches Restaurant und kleine Pizzeria ziehen ein
Das Herzstück ist das frühere „Lokrum“, in das nun ein asiatisches Restaurant Namens „Fu Lai“ einzieht. Rund 100 Sitzplätze soll es bieten, dazu einen abgetrennten Saal für Familienfeiern etc. Gekocht wird nach Karte, ein Buffet gibt es nicht. Neues Leben soll es auch auf den Kegelbahnen geben. Die beiden Bahnen sind komplett funktionstüchtig und werden direkt von der Theke aus bedient. Die Kegelvereine im Ort, die seit rund einem dreiviertel Jahr auf dem Trockenen sitzen, können sich auf ihre Rückkehr freuen. „Dann gibt es wieder Turniere, Vater gegen Sohn und Mieter gegen wen auch immer“, sagt de la Cruz lachend. Die Eröffnung ist für Oktober geplant, die Sanierungsarbeiten laufen. Auch die kleine Pizzeria zwischen Restaurant und Tankstelle soll ihren Ofen wieder anwerfen, vor allem als günstige Anlaufstelle für Laufkundschaft werden. Umgebaut wurde überwiegend mit Betrieben aus Sölderholz. „Einerseits wollte ich damit die Menschen bzw. Unternehmen vor Ort mit einbeziehen andererseits hilft es auch gegen die Gerüchte der letzen Monate. Es spricht sich rum, dass hier was sinnvolles entsteht“, sagt de la Cruz.

Tankstelle und andere Geschäfte bleiben erhalten
„Definitiv braucht es hier auch weiterhin eine Tankstelle“, sagt de la Cruz, die Kundschaft sei zahlreich. Er lässt derzeit mehrere Angebote durchrechnen, bevor ein komplettes Bodengutachten in Auftrag gegeben wird. Eine Marke wie Shell oder Aral kommt für ihn noch nicht in Frage: „Ich würde sie tatsächlich auch so weiterbetreiben wollen“, also als freie Tankstelle. Auch die Investorenpartner Ralf Rieckmann und Abdi Uallil aus Dortmund sind klar für den Erhalt der Traditions-Tankstelle. Ein Selbstläufer sei das aber nicht. Am Sprit verdiene man kaum etwas, am Tabak ebenfalls nicht. Der frühere Konzern habe sich gegen eine Fortführung entschieden, weil ein echter Shop mit Kaffee zum Mitnehmen und Sitzgelegenheiten hätte entstehen müssen. Mehr dazu lest ihr hier in unserem Artikel zur Schließung der Tankstelle Bahl. Zur Kündigung von Wolfgang Bahls Tankstelle stellt der Eigentümer klar, dass sie nicht von ihm ausging und keine Pachterhöhung dahintersteckte. „Die Gesellschaft hat ihm gekündigt“, sagt er, und die Art und Weise sei „eine Katastrophe“ gewesen. Hinter der Tankstelle liegen außerdem ein Reifenlager und eine Werkstatt, die genutzten werden könnten.
Für Sölderholz und Lichtendorf ist das eine gute Nachricht. Oder, wie es de la Cruz ausdrückt: „Das wird ein Neustart für die Dorfmitte“.

















