Der P+R-Parkplatz an der Marsbruchstraße in Dortmund-Aplerbeck wird künftig voraussichtlich nicht mehr kostenfrei nutzbar sein. Die Bezirksvertretung hat beschlossen, die Fläche zu bewirtschaften und damit die langjährige Problematik rund um Dauerparker anzugehen.
Was für viele Reisende bislang eine willkommene Sparalternative zu den teuren Stellplätzen am Dortmunder Flughafen war, sorgte vor Ort zunehmend für Ärger. Während am Flughafen für eine Woche Parken schnell dreistellige Beträge fällig werden, konnten Fahrzeuge an der Marsbruchstraße bislang kostenlos abgestellt werden. Die Nähe zur Bushaltestelle mit direkter Flughafenanbindung machte den Standort besonders attraktiv – nicht nur für Pendler, sondern vor allem für Urlauber aus ganz Deutschland.
Park-and-Ride-Funktion längst verloren
Nach Einschätzung der Aplerbecker Lokalpolitik wird der Parkplatz seiner ursprünglichen Bestimmung schon lange nicht mehr gerecht. Ein Großteil der rund 60 Stellplätze ist regelmäßig durch Langzeitparker blockiert. Hinzu kommt, dass auch Anwohner der neu errichteten Wohnhäuser gegenüber die Fläche zunehmend als Dauerparkplatz nutzen. Für Menschen, die tatsächlich auf das Park-and-Ride-Angebot angewiesen sind, bleiben dadurch oft keine freien Plätze.
In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, darunter Parkzeitbegrenzungen, technische Kontrollsysteme oder eine Schrankenanlage. Letztere scheidet laut Tiefbauamt jedoch aus. Die Zufahrt sei zu schmal, zudem stünden hohe Bau- und Unterhaltungskosten im Raum. Als praktikabel gilt nun eine Bewirtschaftung durch einen externen Anbieter, ähnlich wie auf Supermarktparkplätzen. Die laufenden Kosten wären deutlich geringer, allerdings müssten auch hierfür Investitionen getätigt werden. Zudem wäre eine Änderung der rechtlichen Widmung sowie des Bebauungsplans notwendig – ein Prozess, der Zeit benötigt.
Trotzdem sieht die Bezirksvertretung in diesem Schritt die einzige realistische Lösung. Der aktuelle Zustand sei nicht länger tragbar, so die einhellige Meinung. Auch Bezirksbürgermeister Jan Gravert hat betont, dass gehandelt werden müsse, um die Fläche wieder sinnvoll nutzbar zu machen.Noch offen ist, wie lange Fahrzeuge künftig dort abgestellt werden dürfen. Diskutiert wird derzeit eine maximale Parkdauer von zehn bis 14 Stunden. In anderen bewirtschafteten P+R-Anlagen in Dortmund gilt bislang eine kostenfreie Parkzeit von bis zu 24 Stunden bei Vorlage eines gültigen ÖPNV-Tickets. Ohne Ticket werden dort Gebühren von 50 Cent pro Stunde erhoben.
Klar ist bereits jetzt: Das kostenlose Dauerparken an der Marsbruchstraße steht vor dem Aus. Wann die neue Regelung in Kraft tritt, hängt von den weiteren rechtlichen und planerischen Schritten ab.

















