Seit den 1950er-Jahren erhebt die Stadt Dortmund von Anwohnern der Dahlienstraße in Sölderholz Vorauszahlungen für einen geplanten Straßenausbau. Gebaut wurde bis heute nicht. Stattdessen präsentiert sich die Straße weiterhin als Flickwerk aus Schlaglöchern und notdürftigen Reparaturen.
Trotz fertiger Ausbauplanungen in den 1980er-Jahren und verschickter Bescheide wurde das Projekt nie umgesetzt. Die Straße wird bis heute lediglich mehrmals im Jahr ausgebessert, um die gröbsten Schäden zu beheben. Wie viel Geld über die Jahrzehnte in diese Reparaturen geflossen ist, kann die Stadt nicht beziffern. Eine detaillierte Erfassung der Kosten gebe es nicht.
Für Unmut sorgt bei vielen Anwohnern der Vergleich mit der nahegelegenen Tulpenstraße. Dort wurde 2021 zumindest eine neue Asphaltdecke aufgebracht, finanziert aus städtischen Mitteln. Ein ähnliches Vorgehen sei in der Dahlienstraße zwar theoretisch möglich, jedoch aus Sicht der Verwaltung nicht zwingend sinnvoll. Der Zustand des Untergrunds sei unklar, zudem fehle eine besondere verkehrliche Bedeutung wie etwa die Erschließung eines Baugebiets.
Rechtlich bleibt die Situation für die Anwohner schwierig. Zwar sind in Nordrhein-Westfalen seit 2024 Anliegerbeiträge für bestimmte Straßenausbauten abgeschafft worden. Das gilt jedoch nur für Straßen, die bereits vollständig hergestellt sind. Die Dahlienstraße zählt nicht dazu. Würde sie nun erstmalig grundlegend ausgebaut, müssten die Anlieger voraussichtlich erneut einen Großteil der Kosten tragen.
Im aktuellen Arbeitsprogramm des Tiefbauamts taucht die Dahlienstraße nicht konkret auf. Sie soll in ein künftiges Programm aufgenommen werden – wann, ist offen. Für die Anwohner bedeutet das weiterhin: eine Straße voller Schlaglöcher und ein Ausbau, der seit Jahrzehnten angekündigt, aber nie realisiert wurde.


















