„Wir haben in ganz Aplerbeck keine Unfallschwerpunkte.“ Wirklich überzeugen konnte Andreas Meißner als Bereichsleiter in der Mobilitätsplanung der Stadt Dortmund die Bezirksvertretung in ihrer Maisitzung damit nicht – insbesondere nicht, was die Kreuzung zwischen Lichtendorfer Straße, Nelkenstraße und Eichholzstraße betrifft. Um über die dortige Lage zu informieren, war Meißner an diesem Dienstagnachmittag nach Aplerbeck gekommen. So hatte die BV es sich gewünscht.
Andreas Meißner: Fehlende Ampel unproblematisch
Konkret ging es den Lokalpolitiker*innen darum, zu erfahren, ob an der Kreuzung eine Ampelanlage installiert werden könnte, um den Fußverkehr sicherer zu gestalten. Das jedoch brächte aufgrund von Platzmangel eine „Umplanung des gesamten Knotenpunktes“ mit sich, so Meißner – und: „Eine Umplanung müsste auch Radverkehrsanlagen berücksichtigen“, so sind die Regeln. Ohnehin aber glaube er nicht, „dass die fehlende Signalanlage zu Unsicherheiten führt“, womit wir wieder am Anfang wären: „Die Kreuzung ist kein Unfallschwerpunkt.“
Baustellenampel als mittelfristige Lösung?
Angesichts der beiden Kitas im unmittelbaren Umfeld der Kreuzung und der zunehmenden Wohnbebauung wollte Barbara Blotenberg von den Grünen das aber nicht so stehenlassen. Sie schlug vor, die Baustellenampel, die über längere Zeit an der Kreuzung aktiv war, für drei Jahre stehenzulassen, sofern die Kosten nicht zu hoch seien. Peter Steinhofer als Sprecher der CDU-Fraktion hält diese Idee allerdings nicht für zielführend: „Diese Ampelanlage führt jeden Tag zu Chaos.“ Er selbst habe an der Kreuzung einmal die Zeit gestoppt: 20 Minuten habe er an der Ampel verbracht.
Baustart eventuell 2028/29
Auch für Arnulf Rybicki als Dezernent für Bauen und Infrastruktur, der ebenfalls zur BV-Sitzung gekommen war, kommt diese Möglichkeit nicht infrage, zumal die Anlage nicht barrierefrei ist. Überhaupt ist auch er der Ansicht, dass man sich auf „Unfallhäufungen, bei denen es zu Personenschäden gekommen ist“ konzentrieren sollte und nicht auf einen Stadtbezirk, in dem kein einziger Unfallschwerpunkt existiere: „Sie wohnen hier an der Sonne.“
Dennoch wartete CDU-Sprecher Steinhofer mit einem weiteren Vorschlag für die Kreuzung auf: „Wie sieht denn die Möglichkeit eines kleinen Kreisverkehres aus?“ Hier allerdings sehen Meißner und Rybicki ein Platzproblem – unter anderem wegen der Kastanie, die als Naturdenkmal geschützt ist. Da aber das Grünflächenamt bei der Kronenpflege laut Meißner zu dem Ergebnis gekommen ist: „Die ist nicht mehr lange zu halten“, will die Mobilitätsplanung nun zwei Varianten für den Kreuzungsumbau entwickeln, mit dem Ziel, Gehwege mit einer Mindestbreite von 2,50 Metern sowie Radverkehrsanlagen vor allem entlang der Lichtendorfer Straße zu schaffen, da diese eine Hauptroute des Radzielnetzes darstellt. Die Bauarbeiten könnten dann in den Jahren 2028/29 starten.

















