Frieden ist nicht selbstverständlich – das zeigen uns insgesamt 18 Kriegsgebiete weltweit. Deshalb ist der Tag des Friedens in Aplerbeck am 12. April wichtiger denn je. Um an diesen Tag der Kapitulation im zweiten Weltkrieg in Aplerbeck zu erinnern, gibt es seit elf Jahren den „Tag des Friedens“ mit diversen Veranstaltungen in Kirchen, Schulen, Jugendfreizeitstätten (JFZ) und dem Amtshaus.
Am 12. April 1945 hissten mutige Männer mit Zivilcourage und unter Einsatz ihres Lebens weiße Flaggen am Amtshaus und an der Großen Kirche an der Märtmannstraße, um den amerikanischen Truppen, die bis nach Sölde vorgerückt waren, zu zeigen, dass der Krieg für die Bürger Aplerbecks beendet war. Hätten sie es nicht getan, wäre Aplerbeck sonst sicherlich zerstört worden und viele Menschen wären noch gestorben.
In diesem Jahr wird es mehrere Tage geben, die im Zeichen des Friedens stehen. Den Anfang macht am 7. April eine große Schulveranstaltung in der Großen Kirche, gefolgt von einem offenen Singen am 10. April um 17 Uhr in der Großen Kirche.
Am 12. April werden alle Kirchenglocken um 16:15 Uhr für drei Minuten läuten. Die Bürger können sich aktiv beteiligen, in dem sie symbolische weiße Tücher aus den Fenster hängen, und somit an die mutige Männer zu erinnern und gleichzeitig ein Zeichen für Frieden in der ganzen Welt setzen.
Um 18:30 Uhr gibt u. a. es eine Feierstunde mit Grußwort vom Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel, Wolfgang Asshoff liest aus dem historischen Text von Siegfried Liesenberg, Tom Ehlers spielt Bachs Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 565) und Pfarrer Dr. Johannes Majoros hält eine Friedensandacht.
Am 30. April gibt es mit drei Bands ein Friedens(Rock)konzert in der JFZ Schüren ab 20 Uhr und am 4. Mai treffen sich Schüler und Politiker der Bezirksvertretung Aplerbeck zum Film „Schule unterm Hakenkreuz“ und anschließendem Dialog.
Auszug aus dem Text von Siegfried Liesenberg:
„Von zwei Seiten rückten amerikanische Bodentruppen mit Panzerunterstützung gleichzeitig auf Aplerbeck zu, von Brackel aus an der Heilanstalt vorbei bis zur Aplerbecker Straße 463 und von Holzwickede aus auf dem Höhenweg an Sölde vorbei bis zur Sölder Windmühle. Die Panzer beschossen von da aus den Rand des Aplerbecker Waldes und die Ackerfluren am Sölder Kirchweg, wo sieben Menschen ums Leben kamen. Um die Mittagszeit standen viele Aplerbecker Schlange, um Seifenpulver zu kaufen, als um 13 Uhr Tiefflieger mit Bordkanonen angriffen. Etwa 30 Menschen fanden hier den Tod. Die Lage war dramatisch.“

















