Die NaturFreunde Dortmund Kreuzviertel feiern 40 Jahre Vereinsgeschichte und blicken dabei nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn. Gegründet wurde die Ortsgruppe am 31. Januar 1986 von 35 Menschen aus dem Viertel, die gemeinsame Aktivitäten für Familien organisieren und sich zugleich politisch und gesellschaftlich einbringen wollten. Zwei Jahre später zählte der Verein bereits über 100 Mitglieder, zeitweise waren es rund 400. Heute engagieren sich konstant mehr als 350 Menschen generationenübergreifend in der Ortsgruppe. Einer der fast seit Beginn dabei ist, ist der heutige erste Vorsitzende Olaf Greve.
Viele Mitglieder kamen über ihre Kinder oder über Freundschaften dazu. Wer als Kind bei Pfingstcamps, Segel- oder Skifreizeiten, Fahrradtouren oder Familienfesten dabei war, engagiert sich heute häufig selbst mit den eigenen Kindern. Der Verein beschreibt sich daher gern als eine Art „erweiterte Familie“. Neben gemeinsamen sportlichen Aktivitäten wie Radfahren, Klettern oder Skifahren prägen klare Positionen gegen Rechtsextremismus und Rassismus sowie zahlreiche lokalpolitische Initiativen das Profil der Ortsgruppe. In den vergangenen Jahren sind nach Angaben von Greve wieder verstärkt junge Familien mit Kindern und Jugendliche eingetreten und gestalten ihre Freizeit so aktiv, wie es schon die Gründerinnen und Gründer vor vier Jahrzehnten taten.
Jubiläumsfeier im BierCafé West
Zum 40-jährigen Bestehen wurde Ende Januar im BierCafé West gefeiert. Rund 100 Gäste nahmen teil, darunter Vertreter anderer Ortsgruppen, aus der Politik sowie dem Landesverband. In Interviews blickten Gründungsmitglieder und junge Aktive gemeinsam auf Hintergründe und Wegmarken der Vereinsgeschichte zurück. Deutlich wurde dabei: Die Motivation hat sich kaum verändert. Gemeinschaft erleben, solidarisch handeln und sich in gesellschaftliche Debatten einmischen, das sind bis heute die Leitlinien.
Nach Ehrungen langjähriger Mitglieder sorgte Augustin Uppmann vom Kabarett-Ensemble Die Bullemänner mit zugespitzten Texten und Liedern zu zwischenmenschlichen und politischen Themen für Unterhaltung. Musikalisch abgerundet wurde der Abend von DJ Ruud van Laar, der Generationen bis zum Veranstaltungsende auf die Tanzfläche brachte. In solidarischer Tradition kam beim Jubiläum zudem ein dreistelliger Betrag für den Verein Bodo zusammen, den die Ortsgruppe seit Jahren unterstützt.
Politisches Engagement gehört seit Beginn zur DNA der NaturFreunde. Schon im Gründungsjahr 1986 prägte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl die Diskussionen. Seither engagiert sich die Ortsgruppe in der Friedens- und Umweltbewegung, beteiligt sich an Demonstrationen, organisiert Clean-Up-Aktionen oder thematische Gruppenabende. Aktuell stehen Fragen zu Krieg und Frieden, gesellschaftlicher Polarisierung oder auch Künstlicher Intelligenz auf der Agenda. Klare Kante zeigt der Verein gegen Rechtsextremismus, Rassismus und antisemitische Ideologien.
Ein besonders sichtbares Projekt ist der Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf am Karfreitag. Initiiert von engagierten Vereinsmitgliedern, entwickelte sich die zunächst kleine Gedenkaktion gemeinsam mit dem BVB und Faninitiativen zu einer Veranstaltung mit inzwischen über 1.000 Teilnehmenden. Sie erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus und verbindet sportliche Aktivität mit politischem Gedenken.
Auch auf Stadtteilebene mischen sich die NaturFreunde ein. Ob bei Planungen rund um Westfalenhallen und Kleingartenanlagen, beim Erhalt von Grünflächen oder bei Debatten um Schulstandorte – immer wieder bringen sich Mitglieder in Diskussionen zur Stadtentwicklung ein. Nicht jede Entscheidung konnte verhindert werden, doch an mehreren Stellen gelang es, Bauvorhaben zu verändern oder Flächen zu schützen.
Für die Zukunft wünscht sich der Verein vor allem, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen und eigene Themen einbringen. Die NaturFreunde verstehen sich als offenes Angebot für alle, die Gemeinschaft suchen und demokratische Werte teilen, im Kreuzviertel und darüber hinaus. Vier Jahrzehnte nach der Gründung ist der Verein damit nicht nur Teil der Stadtgeschichte, sondern weiterhin aktiver Mitgestalter des gesellschaftlichen Lebens.

















