In diesen Wochen macht der Dorstfelder Hannibal mal wieder in juristischen Fragen von sich reden. Vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster streiten sich der ehemalige Eigentümer Intown und die Stadt Dortmund darüber, ob die Evakuierung des Gebäudekomplexes im September 2017 verhältnismäßig war und ob Intown Schadenersatz fordern kann. Am 23. September 2025 folgt der nächste Verhandlungstermin. Inzwischen aber gehen die Sanierungsarbeiten am Vogelpothsweg weiter – und ein Ende ist in Sicht.
Bezugsfertig in 2026
412 Wohnungen ließ die Stadt damals räumen – und die meisten Menschen, die hier wohnten, haben inzwischen woanders Fuß gefasst. 30 Mietverträge aber bestehen nach wie vor, wie die Forte Gruppe, der der Hannibal inzwischen gehört, auf Anfrage mitteilt. Von ihrer Seite aus bleiben diese Mietverhältnisse bestehen, allerdings zu anderen Konditionen als damals. „Mit anderen Worten: Die verbleibenden Altmieter haben die Möglichkeit, bevorzugt in das sanierte Gebäude zurückzukehren, und die Mietkonditionen werden gemäß den rechtlichen Bestimmungen angepasst“, so Forte. Was die Mietanpassungen in Zahlen bedeuten, lässt der Eigentümer offen.
Auch für die neuen Mietenden sollen sich die Mietpreise „im Rahmen der üblichen Angebotsmieten auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt bewegen“. Konkret wird das ab dem kommenden Jahr. Im ersten Quartal 2026 nämlich sollen die ersten sanierten Wohnungen bezugsfertig sein, alle weiteren im Lauf des Jahres.
Energetische Sanierung und farbige Gestaltung
Für alle, die am Vogelpothsweg einziehen, dürften die Energiekosten verhältnismäßig niedrig ausfallen, denn: „Das Projekt wird im Rahmen der Kernsanierung vollständig nach KfW-55 EE-Energieeffizienzstandards erneuert.“ Geheizt werden soll in Zukunft weitestgehend mit Biogas. Dafür und für die Stromerzeugung stehen dann Blockheizkraftwerke zur Verfügung. Aus diesem Grund hat die Forte Gruppe sich einen neuen Namen für den Hannibal ausgedacht: „Aus dem einst grauen Riesen entsteht so ein grünes Wohngebäude, das künftig unter dem Namen ,Dortmund Green Living’ firmiert.“
Entsprechend grünlastig ist auch das Fassadenbild gestaltet, das seit April am Nordgiebel des Hannibal prangt und im Juni mit dem Abbau des Gerüstes vor Ort enthüllt wurde. Bei einem Gestaltungswettbewerb setzte sich der Fassadengestalter Lackaffen.de durch. In seinem Motiv scheint eine Frau durch ein Pflanzendickicht in Richtung des Lidl zu blicken. Auf diese Weise gibt das Bild „dem Gebäude ein unverwechselbares neues Gesicht“, wie Forte passenderweise formuliert.
Den Entwurf habe man „hinsichtlich Klarheit und Kreativität bewertet“, denn auch die anderen Gebäudeteile wolle man „klar und geradlinig halten“. So plane Forte, die Fassade „durch zwei abwechselnde Farbkonzepte“ optisch zu strukturieren und aufzulockern, „ohne die ursprüngliche architektonische Formensprache des Gebäudes zu überdecken“.
Aktuell aber ist man vor Ort noch mit pragmatischeren Fragen befasst, erhalten doch die ersten beiden Häuser momentan ihre Fassadendämmung. Nach und nach kommen hier auch die anderen Gebäude an die Reihe. In den letzten beiden Häusern geht es darum, die Bausubstanz zu verstärken, um anschließend weitere Arbeiten durchführen zu können.



















