Brückenprobleme gibt’s bekanntlich nicht nur in Lüdenscheid. Adler- und Lange Straße beispielsweise sind aus westlicher Richtung seit Jahren zwar nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten, aber mit ihr nur durch ein Nadelöhr verbunden. Was langfristig natürlich kein Zustand ist, weswegen die Stadtverwaltung die Erneuerung der Überführung über die Bahngleise schon seit geraumer Zeit auf dem Schirm hat.
Die entsprechenden Pläne wiederum werden von Anliegern durchaus mit Skepsis bewertet, denn zwischen Abriss der maroden und Aufbau einer neuen Brücke geht naturgemäß „ein bisschen“ Zeit ins Land. Und dieses Bisschen hat es im konkreten Fall leider in sich: Der Start der kompletten Maßnahme, ließ die Stadt kürzlich wissen, habe man sich für Januar 2027 vorgenommen, die Fertigstellung solle im zweiten Quartal 2028 erfolgen.
Mutmaßungen, da müsse – angesichts einer rund 15-monatigen Bauzeit – dann wohl jemand in den (Termin-)Verhandlungen mit der Bahn vergessen haben, sich rechtzeitig zu kümmern, tritt die Stadt allerdings entschieden entgegen.
Allerdings benötigt das Tiefbauamt zwischen den beiden Bauabschnitten – also Abriss und Neubau – aus organisatorischen Gründen offenbar einen gewissen zeitlichen Abstand, die Deutsche Bahn wiederum bestand unter diesen Voraussetzungen auf die Einrichtung zweier separater „Sperrzeiten“. Bis die dann zu beiderseitiger Zufriedenheit gefunden waren, mussten zunächst dickere Bretter gebohrt werden: Womöglich nicht komplett überraschend, das Zeitmanagement der Bahn hat schließlich einen Ruf wie Donnerhall.
15 Monate lang wird also ab dem nächsten Jahr voraussichtlich nichts gehen an diesem derzeitigen Nadelöhr in der westlichen Innenstadt. Okay: Zumindest so lange dauern wie in Lüdenscheid wird’s nicht, und Stuttgart hat mittlerweile seit 16 Jahren eine Baustelle. Gleichwohl: An „Augen zu und (nicht) durch“ führt an der Langen Straße offenbar für eine Weile kein Weg vorbei.

















