„Fantasie-Festspiele“ könnte man sie auch nennen, die „Maker Faire Ruhr“, die alljährlich im März in Dortmunds DASA ihre Zelte aufschlägt. Hier wird getüftelt, geplant und programmiert, und das nicht zuletzt aus purer Lust am Machen. Und eben auch am Mitmachen, bieten sich den Besuchern doch zahllose Möglichkeiten, an Nähmaschine und 3D-Drucker, Lötkolben und PC das eigene Wissen zu erweitern.
Auch bei den angebotenen Shows schlägt die Fantasie Purzelbäume: Wenn „Physikant“ Sascha Ott mit einfachsten Alltags-Utensilien Flaschen durch die Luft schweben lässt oder dafür sorgt, dass Musik erklingt, sobald sich die Fingerspitzen seiner beiden Assistenten sich berühren, sind im Publikum Jung und Alt gleichermaßen hingerissen. Kolja Kugler wiederum lässt mit seiner „One Machine Love Band“ ein Musik-Gewitter auf die Zuhörer*innen niedergehen, das unglaublicherweise einzig von selbstgebauten, gigantischen Schrott-Robotern produziert wird.
Nachgewürzt wird diese ohnehin schon nuancenreiche Mixtur noch mit einer guten Portion Retro-Charme: Auch bei den Steampunks kennt die Fantasie schließlich wenig Grenzen, und auch sie sind vernarrt in alles, was blinkt, blubbert und zischt.
Unterm Strich dürfte die größte Sorge der Gäste einer Maker Faire daher sein, am Ende irgendein sehenswertes, schrulliges Detail verpasst zu haben. Oder man hat umso mehr das Gefühl, ein Ticket in einer Zeitmaschine gebucht zu haben, weil der Tag ruck-zuck vorbei ist. Denn seine regulären Trümpfe inklusive () spielt die DASA an diesem Wochende schließlich auch noch. Einzig bei der Verpflegung gäb’s womöglich noch Luft nach oben: 3,50 € für ein Mini-Veggie-Frikadellchen waren leider nicht nur Fantasie.
Ihren Besucher-Rekord aus dem letzten Jahr jedenfalls dürfte die Maker Faire Ruhr anno 2026 wieder angekratzt haben. Dass die „Fantasie-Festspiele“ in zwölf Monaten eine Neuauflage erfahren, stand aber ohnehin nie in Frage.
















