Wer in den letzten Jahren hungrig durch das Dortmunder Kreuzviertel spaziert ist, kennt vielleicht noch das Monchi – ein Lokal, das über 16 Jahre lang unter Inhaberin Hoa Dang Sushi, Nudelsuppen und mehr servierte. Seit Dezember ist es Geschichte, zumindest mit dem operativen Betrieb. Doch der Leerstand währte nur kurz: Nach einer Umbauphase belebt seit April ein neues Konzept die Essener Straße 12 neu. Die Gastro-WG.
Zwei Konzepte, ein Dach
Die Idee ist so einfach wie ungewohnt für Dortmund: Zwei eigenständige Gastronomiebetriebe teilen sich einen Standort – abwechselnd, nach Wochentag. Mittwoch bis Freitag ab 18 Uhr ist das Mingle & Frans an der Reihe, das Projekt von Hoa Dang, die auch das Nosh auf der Saarlandstraße betreibt. Samstag und Sonntag ab 15 Uhr sowie montags ab 18 Uhr übernimmt das Doupe – dough & grape bekannt für seine Wein-Pizza-Events in wechselnden Locations.

„Wie eine Wohnungs-WG”, erklärt Hoa Dang das Prinzip. Man teile sich alles, gewinne durch den Synergieeffekt – und beide Konzepte profitierten von einer gemeinsamen Gästebasis, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Karte, Weine, Konzept: alles getrennt.
Weinbar mit Sandwiches oder Pizza
Das Mingle & Frans versteht sich als Weinbar, nur eben mit Sandwiches. Keine Sandwich-Bar, kein Restaurant, sondern ein entspannter Ort zum Trinken, bei dem man auch etwas Gutes zu essen bekommt. Gegrillte Sandwiches gibt es ab 12 Euro. Auch vegetarische Optionen soll es geben. Das Doupe wiederum kombiniert seine Weinkultur mit Barfood und Pizzen, ohne sich als Pizzeria zu verstehen. Beide Betriebe teilen eine Haltung: Gute Zutaten und bezahlbare Weine.
Gegen die Preisspirale
Ein Thema, das Hoa Dang offensichtlich am Herzen liegt: das Mittelfeld in der Gastronomie ist verschwunden. Wer auswärts essen gehe, lande heute entweder im günstigen Streetfood oder bei teuren Abendessen, für die man sich Gedanken machen müsse, ob man sie sich leisten kann. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen”, sagt sie. Ein Glas Wein für elf Euro – und der Gast überlegt zweimal, ob er ein zweites bestellt. Das könne nicht das Ziel sein. Deswegen legen sie hier, trotz Sommelier an Board, auf faire Preise. Ein Glas Wein gibt es ab 6 Euro.
Das Doupe hat seine Türen bereits geöffnet und die ersten Gäste durch sein Soft Opening begrüßt. Mingle & Frans zieht in Kürze nach. Ob es künftig auch einen Vormittagsbetrieb geben wird, ist noch offen und hängt unter anderem vom Personalaufbau ab.
Der Außenbereich soll pünktlich zum Sommer fertig sein. Events, Kollaborationen, gemeinsame Abende – das ist ausdrücklich Teil des Konzepts. Das Kreuzviertel bekommt damit einen Ort, der sich neu erfindet – und dabei die Frage stellt, warum Gastronomie eigentlich immer nur auf eine Weise funktionieren soll.
Das Monchi fungiert übrigens weiterhin als Catering und bietet Sushikochkurse und andere Events an.
Öffnungszeiten der Gastro-WG:
Mingle & Frans: Mittwoch bis Freitag, 18–22 Uhr und künftig eventuell auch vormittags.
Das Doupe: Samstag & Sonntag 15–22 Uhr bzw. 15–21 Uhr, Montag 18–22 Uhr.
Essener Straße 12, Dortmund.


















