Am Klinikum Dortmund gibt es seit geraumer Zeit Seminare zur Selbstverteidigung. Als Teil eines Maßnahmenpakts zur Sicherheit am Arbeitsplatz wurde unter anderem ein Krav-Maga-Kurs eingeführt. Den rief Pflegedienstleiter Oliver Blauscheck zusammen mit seinem Kollegen Alexander Holdcroft und Pflegedirektor Schneider ins Leben. Blauscheck und Holdcroft kennen sich aus ihrer Krav-Maga-Vergangenheit und arbeiteten schon früher als Trainerteam in einem Sportverein in Castrop-Rauxel zusammen.
Hintergrund der Seminare ist, dass bundesweit und auch in Dortmund ist die Zahl der Übergriffe auf Pflegekräfte, ärztliches Personal, Servicekräfte und Reinigungspersonal gestiegen, was es für die neue Geschäftsführung – allen voran Arbeitsdirektor Herrn Kötzing – nötig machte, ein Sicherheitsmaßnahmen-Paket zu schnüren.
Mittlerweile ist es bereits das sechste Seminar und wird derzeit einmal pro Quartal angeboten. Ein typischer Seminartag beginnt mit einem theoretischen Block: Schlag- und Tritttechniken, mögliche Ziele am Gegner, Aufbau einer Verteidigung sowie taktisches Denken in vertrauten und ungewohnten Umgebungen (etwa Notausgänge). Im Laufe des Tages werden die Inhalte gesteigert bis hin zur Abwehr von Angriffen mit Waffen wie Messern, Stöcken, Baseballschlägern oder abgebrochenen Glasflaschen. „All das ist leider auch schon hier in Dortmund so vorgekommen, dass Mitarbeitende mit Gegenstände attackiert wurden“, berichtet Blauscheck im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die Seminarteilnehmer scheinen zumindest Spaß zu haben: „Man lernt verschiedene Techniken und fühlt sich im Alltag selbstbewusster. Natürlich ist es sehr anstrengend, aber es macht auch echt Spaß“, findet Seminarteilnehmerin Janine. Blauschek hat nicht den Anspruch, dass alle Inhalte dauerhaft hängen bleiben. „Wenn die Teilnehmenden sich eine Technik längerfristig merken, ist schon viel gewonnen.”

















