Das Image von Beton ist, nett ausgedrückt, seit langer Zeit problematisch. Andererseits scheint die Faszination etwa für „Lost Places“ beständig zu wachsen – so einfach ist die Angelegenheit offenbar also doch nicht. Auch die Künstlerin Ina Weber hält den widerstandsfähigen Werkstoff für wert, wieder stärker in den Fokus genommen zu werden. Die aus diesem Gedanken entstandene Kunst der gebürtigen Rheinland-Pfälzerin kann man allerdings nicht nur betrachten, sondern buchstäblich bespielen. Einen ganzen Schwung Minigolf-Bahnen hat die 61-Jährige für ihr Projekt „Zurück zum Beton“ erschaffen, und bei ihnen allen führt der Weg zum Ziel durch bzw. vorbei an Architektur aus Beton und Nostalgie. Um 1:1-Repliken der Realität handelt es sich dabei nie, eingefangen wurden vielmehr Geist und Retro-Charme existierender Vorbilder.
Eigens für die jetzt im Museum Ostwall eröffnete Ausstellung hinzugekommen ist ein Gebäude, in dem Ortskundige leicht das ehemalige Gesundheitshaus von der Hövelstraße erkennen können. Andere Hindernisse orientieren sich an Gebäuden der Nachkriegsmoderne aus Berlin, Darmstadt und weiteren Orten Immer wieder irgendwie vertraut, nie eindeutig zu verorten und oft von morbid-melancholischem Charme: Wie Lost Places eben.
Wo Kunst ansonsten in der Regel auf Sockeln steht, sind die „Sockel“ des Kiosks, der Tankstelle oder des Hochhauses auf der vierten Etage des Dortmunder U nun eben Spielflächen. Die nostalgische Atmosphäre des „Trümmerbahnen-Minigolfs“ wurde beim „Büdchen“ zur Ausgabe von Bällen und Schlägern konsequent aufgegriffen und weitergeführt: Auch dieser Kiosk passt sich fast reibungslos ins Gesamtbild ein.
Wer die besondere Mischung aus Freizeitspaß und Retro-Architektur gerne miterleben möchte, hat dazu im Museum Ostwall noch bis zum 7. Juni Gelegenheit. Die Öffnungszeiten sind dienstags, mittwochs, samstags sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr, außerdem donnerstags und freitags von 11 bis 20 Uhr. Auf eine nächste Möglichkeit zu warten ist bei „Zurück zum Beton“ im Übrigen keine allzu gute Idee. Handelt es sich bei der Dortmunder Ausstellung doch – quasi – um eine „Finissage“, nach der Ina Weber Minigolfbahnen dann buchstäblich zu dem werden sollen, was sie jetzt schon namentlich sind: zu Trümmern.

















