Vor vier Jahren hat Anika Gutbier Manico gegründet und heute steht sie im Kreuzviertel in ihrem eigenen Showroom und Blumenatelier. Dazwischen lagen eine Pandemie, zwei Garagen und ziemlich viel Pragmatismus.
Angefangen hat alles bei den Tyde Studios unten am Hafen, der Eventlocation, die Anika gemeinsam mit ihrem Mann betreibt. Für die Hochzeiten dort brauchte es regelmäßig Blumendekoration und nach Corona wurde genau das zum Problem. Die Zusammenarbeit mit externen Floristen lief nicht mehr rund, weder organisatorisch noch finanziell. „Dann mache ich das halt selber für uns”, sagte sich Anika und legte in ihrer Garage los. Floristik war ihr nicht fremd, sie hatte früher schon mal damit zu tun gehabt. Gelernt hat sie eigentlich etwas ganz anderes: Touristikerin. Jahrelang hat sie Reisen verkauft, war auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs.
Aus der ersten Garage wurde irgendwann eine größere, aber so richtig vorzeigbar war auch die nicht. Brautpaare in eine Garage einladen? Schwierig. Die Showtische im Tyde aufbauen, während die Trauung dann aber woanders stattfindet? Für die Paare oft verwirrend. Also musste ein Showroom her. Den hat sie im Kreuzviertel, an der Redtenbacherstraße 9 gefunden, in den Räumen, in denen früher die Kosmetikmarke Hej Organic saß.
Eigentlich sollte es nur ein Showroom für Hochzeitskundschaft werden. Doch dann kamen die Nachbarn. „Du bist doch da im Kreuzviertel und wir brauchen doch Blumen hier, ich gehe momentan in Rewe und kaufe mir Blumen”, hörte Anika immer wieder. Also kam die Flowerbar dazu: ein Konzept zum Selberbedienen. Wer reinkommt, kann sich die Stiele selbst aussuchen, Manico wickelt sie ein, fertig. „Klar weiß ich, dass wir da auch oft ein bisschen Verlust haben, weil vielleicht ein Stiel abknickt”, sagt Anika, „aber ich finde, das passt irgendwie besser zu uns, als wenn wir immer alles fertig binden.” Das Wort Blumenladen mag sie deshalb auch nicht so gerne. Blumenatelier trifft es besser.
Wer keine Lust auf Selbstgemachtes hat, bekommt natürlich auch fertige Sträuße in verschiedenen Preisklassen oder kann Auftragsarbeiten bestellen. Dazu kleine Mitbringsel, Vasen, Tischdeko. Der Fokus bleibt das Kerngeschäft: Event- und Hochzeitsfloristik. Und da macht Manico etwas, das in der Branche eher selten ist. Anika verleiht zusätzlich Tischdecken, Tischläufer, Kerzen, Vasen, Teller – das komplette Drumherum für die Tafel. Sonst muss man sich als Brautpaar zwei Dienstleister suchen. Bei ihr kommt alles aus einer Hand, inklusive Anlieferung und Aufbau in der jeweiligen Location. Damit das Paar am eigenen Hochzeitstag nicht selbst Tische deckt.
Im Atelierraum nebenan sollen Workshops stattfinden. Kränze binden, das eigene Brautbouquet zusammenstellen, später vielleicht Yoga zwischen Vasen und Eukalyptuszweigen. Die ersten Termine für den Jahreswechsel sind schon gebucht.
Der Name Manico setzt sich übrigens aus den Vornamen ihrer Zwillingstöchter und ihrem eigenen zusammen: MA von Malou, Ni von Anika, CO von Coco. Ein Familienunternehmen also, im wörtlichsten Sinne.
Erreichbar ist die Inhaberin über das Kontaktformular auf der Homepage, per Mail an , telefonisch oder über Instagram. Den Rest klärt sie im Erstgespräch – und dann wird geschaut, was passt.

















