„Aus einer Laune heraus”, antwortet Anna Kuhl auf die Frage wie sie auf die Idee mit dem Brillenputztuch-Automaten gekommen sei. Etwas zu machen, was man so noch nicht kennt war die Devise, als die Augenoptikermeisterin online nach gebrauchten Kondomautomaten Ausschau hielt.
Und so entstand er: der Brillenputztuch-Automat der jetzt an der Schillingstraße 30 direkt vor ihrem Geschäft hängt. „Anfänglich war er noch total alt und verbeult“ erinnert sie sich, aber nach ihrem Upcycling-Projekt leuchtet er jetzt in strahlendem türkis, passend zur Inneneinrichtung. Zusammen mit ihrer Kollegin Anika Fleischer überlegte sie, welche Tücher überhaupt in den Automaten sollen: „Etwas mit Dortmund-Bezug sollte auf jeden Fall dabei sein”, dann noch was Freches. So entstanden die Motive in Zusammenarbeit mit einem Grafiker und wurden schließlich zur Druckerei gebracht. Die Tücher aus hochwertigem Microfaser gibt es in drei Designs, eins in schwarz-gelb und zwei mit farbenfrohen Botschaften wie „ Benutz mich!” oder „Du siehst scharf aus!”
Zwei mal zwei Euro müssen eingeworfen werden, um an ein Brillenputztuch zu gelangen. Viele Menschen würden auch einfach stehen bleiben und gucken. Gerade für Kinder findet sie es spannend: „Die kennen solche Automaten ja vielleicht gar nicht mehr, wo man nur mit Bargeld bezahlen kann und dann an einer Schublade zieht”, sagt Kuhl. Es geht ihr dabei nicht darum, Geld zu verdienen und viel käme auch nicht zusammen, es gehe einfach um Spaß.
Wer also eine echt „Weltneuheit“ in Augenschein nehmen will, muss Frau Kuhl und Konsorten im Kreuzviertel besuchen.


















