Fast 30 Jahre lang hat sich das Restaurant-Café ALEX am Ostenhellweg als feste Größe der Dortmunder Gastronomieszene etabliert. Ende August ist damit vorerst Schluss: Am 31. August 2026 schließt der Standort im ehemaligen C&A-Gebäude. Grund ist keine geschäftliche Krise, sondern eine umfangreiche bauliche Neuausrichtung der rund 22.000 Quadratmeter großen Immobilie durch Eigentümer Values Real Estate. Das frühere Warenhaus soll künftig nicht mehr rein dem Handel dienen, sondern gemischt genutzt werden.
Für die Betreiberfirma Mitchells & Butlers Germany (MABG) ist die Schließung dabei kein Abschied auf Dauer. Mit dem Immobilieneigentümer wurde ein neuer Mietvertrag über weitere 15 Jahre unterzeichnet – ein klares Signal, dass ALEX dem Standort in der Dortmunder City erhalten bleiben soll.
Deutlich mehr Fläche und offene Küche
Die rund zweijährige Bauphase soll ALEX nicht schwächen, sondern stärken: Nach dem Umbau wächst die Mietfläche um etwa 250 auf insgesamt 670 Quadratmeter. Geplant sind künftig 270 Sitzplätze im Innenbereich sowie zusätzlich 340 Plätze auf der Außenfläche am Willy-Brandt-Platz. Neu hinzu kommt eine offene Küche, die stärker ins gastronomische Erlebnis eingebunden werden soll.
Auch optisch wird sich viel ändern: Der bisherige mediterrane Look weicht dem seit 2022 schrittweise eingeführten Konzept „Urban Living“, das perspektivisch in allen deutschen ALEX-Filialen umgesetzt werden soll. Farben, Möblierung, Bodenbeläge und Dekoration werden komplett erneuert – mit warmen Creme-, Grün-, Türkis-, Kupfer- und Senftönen, deckenhängender Begrünung sowie großformatigen Dschungel- und Botanik-Motiven. In das neue Design investiert MABG rund 2,1 Millionen Euro aus eigenem Cashflow.
MABG-Geschäftsführer Bernd Riegger begründet den Schritt mit der langjährigen Verbindung zur Stadt: ALEX und Dortmund gehörten seit 1997 zusammen, daran solle sich auch künftig nichts ändern. Der neue 15-Jahres-Vertrag biete dem Unternehmen langfristige Planungssicherheit. Der Abschied auf Zeit falle zwar schwer, doch die Neuentwicklung der Immobilie eröffne zugleich die Chance, mit einem größeren und moderneren ALEX zurückzukehren.
Ungewisse Zukunft für das bisherige Team
Die lange Schließungsphase stellt vor allem die Beschäftigten vor Herausforderungen. Da während des rund zweijährigen Umbaus am Standort keine Beschäftigungsmöglichkeit besteht, hat MABG dem Team angeboten, an andere Betriebe in Deutschland zu wechseln. Wo ein solcher Wechsel aus persönlichen Gründen nicht infrage kommt, kommt es im Zuge der Schließung auch zu betriebsbedingten Kündigungen.
Riegger bedauert diesen Einschnitt ausdrücklich: Viele Mitarbeitende hätten das Team über Jahre geprägt und maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Sollte der Umbau planmäßig verlaufen, hofft das Unternehmen, 2028 ein neues Team in Dortmund aufzubauen – und lädt frühere Beschäftigte ausdrücklich zu einer erneuten Bewerbung ein.
MABG mit Sitz in Wiesbaden betreibt derzeit 47 gastronomische Standorte in Deutschland, davon 43 unter der Marke ALEX. 2025 erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettoumsatz von rund 130 Millionen Euro und zählt seit 2004 zu den drei umsatzstärksten Freizeitgastronomie-Unternehmen der deutschen Systemgastronomie.

















