Ab sofort fährt die Mädchen- und Frauenabteilung des BVB in ihrer Planung „zweigleisig“, wie ihr Referent Max Amelung verrät. So könnte es dazu kommen, dass Streckensperrungen zu einem Aufenthalt in der Regionalliga führen und die Fahrt in Richtung Bundesliga sich verzögert. Gibt es aber keine Verkehrsbeeinträchtigungen, ist das Ziel im Fahrplan festgeschrieben. Mit dem Aufstieg im Blick „haben wir in allen Bereichen auf Profitum umgestellt“, so Amelung. Das betrifft das Trainerteam ebenso wie das Trainingsgelände und den Kader.
Individuelle Profiverträge
Teilweise setzt sich die Mannschaft weiterhin aus Schülerinnen und Studentinnen zusammen. Aber „in der Breite sind Spielerinnen dabei, die nur Fußball spielen“, so Amelung. Möglich gemacht hat der BVB diese Konzentration auf den Sport vor allem, indem er mit allen Spielerinnen Profiverträge abgeschlossen hat, wenn auch individuell ausgestaltet – hat eine 16-jährige Emilia Pauls, die gleichzeitig für die U17-Jungenmannschaft von Grün-Weiß Nottuln in der Landesliga antreten wird, doch vielleicht andere Ansprüche als eine Sara Ito, die aus der ersten Liga zum BVB gewechselt ist.
Keine der Spielerinnen aber soll noch auf einen Zuverdienst angewiesen sein. Entsprechend ist nun auch der Trainingsplan ausgestaltet.
Ab 2026 Training am Heßlingsweg
An zwei bis drei Tagen in der Woche gibt es zusätzlich zu der Nachmittagseinheit auch ein Training am Vormittag. Anschließend erhalten die Spielerinnen ein Mittagessen, bevor es in eine Taktikbesprechung oder eine Krafteinheit geht. Letztere findet gelegentlich im Fitnesszelt der BVB-Männer in Brackel statt. Den Weg dorthin können sich die Spielerinnen schon einmal einprägen, denn im vergangenen Jahr hat der BVB das ehemalige Nordfrost-Gelände gekauft, um für die Mädchen- und Frauenabteilung zwei neue Trainingsplätze sowie ein Funktionsgebäude mit Kabinen, Physiotherapieräumen und Räumlichkeiten für die Videoanalyse zu errichten. Auch eine Küche und eine Kantine sollen hier entstehen, um „alles, was die Mannschaft braucht“, an einem Ort zu bündeln, wie Referent Amelung formuliert. Im Bereich der Fitness-Infrastruktur wolle man gegebenenfalls auch in Zukunft Synergieeffekte nutzen und weiterhin auf gemeinsame Räume und Geräte mit den Männern setzen.
Bis die Plätze zum Beginn der Rückrunde nutzbar sind, trainieren die BVB-Frauen im Hoeschpark und nutzen das frisch renovierte und ansonsten weitgehend unbenutzte Tennisheim. Auf dem zukünftigen Trainingsgelände wird für den Übergang eine „Containerlandschaft“ entstehen, sodass die erste Mannschaft voraussichtlich im Frühjahr an den Heßlingsweg ziehen kann. Sobald auch das Funktionsgebäude steht, sollen zweite Mannschaft und U17 folgen.
Ein Trainerteam in Vollzeit
Indem der BVB neue Trainings-Infrastruktur entwickelt, schafft er auch Raum, um seine Verpflichtungen im angestrebten Fall des Aufstiegs zu erfüllen – denn ein Verein mit einer Mannschaft in der zweiten Bundesliga muss eine U15 vorhalten. Die entsprechende Kaderaufstellung kann jedoch erst nach dem potenziellen Relegationsspiel im Juni 2026 erfolgen, wenn der Aufstieg perfekt ist. Hier kommt dann auch wieder Thomas Sulewski ins Spiel, der nach vier Jahren als Trainer der Frauen und Sportlicher Koordinator nun in die Nachwuchskoordination der Mädchen- und Frauenabteilung gewechselt ist.
Seine Position als Trainer besetzt nun Markus Högner, der die Mannschaft zum Vorbereitungsbeginn übernommen hat. Ihm zur Seite stehen weiterhin Torwarttrainerin Josephine Plehn, die Co-Trainer Dustin Wurst und Tim Treude sowie Trainingswissenschaftler Benedikt Terschluse, wobei Tim Treude seine Stunden bei den BVB-Frauen auf eine volle Stelle aufgestockt hat. Mit Luisa Schulz steht den Spielerinnen nun auch eine Physiotherapeutin in Vollzeit zur Verfügung.

















