Wer an den Zahnarzt denkt, denkt oft an grelles Licht, medizinische Bilder an den Wänden und ein mulmiges Gefühl im Magen. Genau mit diesen Erwartungen möchte Zahnarzt Andreas Künzlberger brechen. Seit dem 1. Dezember hat er im Saarlandstraßenviertel seine Praxis Lieblings-Zahnarzt Dortmund eröffnet – mit einem Konzept, das bewusst anders ist. Zahnbilder, Röntgenaufnahmen oder medizinische Schaubilder sucht man hier vergeblich. „Patientinnen und Patienten schauen sich das ohnehin nicht an und viele empfinden es eher als abschreckend“, sagt Künzlberger. Gerade Angstpatienten sollen hier nicht zusätzlich belastet werden.
Stattdessen steht die sogenannte Patientenreise im Mittelpunkt. Vom Eintreten über das Wartezimmer bis zur Verabschiedung soll sich der Besuch möglichst selbstverständlich und ruhig anfühlen. Die Praxis versteht sich als Ort, an dem man kurz vergessen darf, warum man eigentlich da ist. Dazu gehören warme Farben, Tapeten, gedämpftes Licht und auch Kleinigkeiten wie Kaffee, WLAN und die Möglichkeit, nach der Behandlung noch einen Moment zu bleiben.
Partnerschaft auf Augenhöhe
Künzlberger stammt aus Bochum, hat unter anderem in Velbert und an der Uniklinik Witten gearbeitet und sich schon früh mit dem Gedanken an Selbstständigkeit beschäftigt. Wichtig war ihm dabei, nicht allein zu gründen. Fündig wurde er beim deutschlandweiten Konzept Lieblings-Zahnarzt, das eher einer Partnerschaft als einem klassischen Franchise gleicht. Einheitliche Werte ja, starre Vorgaben nein. Jede Praxis trägt die Handschrift der jeweiligen Inhaber*innen.
Die Räume an der Ruhrallee waren zuvor eine Bürofläche und wurden ab Sommer vollständig bis auf den Rohbau zurückgebaut. Entstanden ist eine Praxis mit sechs Behandlungszimmern, die perspektivisch Platz für bis zu fünf Zahnärzte bietet. Aktuell arbeiten hier zwei Behandler sowie mehrere Prophylaxekräfte. Behandelt wird nach einem ruhigen Prinzip: Ein Termin bedeutet Zeit. Patientinnen und Patienten bleiben während der Behandlung im selben Raum, Unterbrechungen durch ständiges Rein- und Rausgehen gibt es nicht. Schallgedämmte Türen sorgen zusätzlich für Diskretion.
Medizinisch deckt die Praxis nahezu das gesamte Spektrum der Zahnmedizin ab: Von Prophylaxe über Füllungen und Chirurgie bis hin zu ästhetischen Leistungen wie Bleaching oder Veneers. Lediglich größere kieferorthopädische Behandlungen werden nicht angeboten. Neupatientinnen und -patienten werden weiterhin aufgenommen, die Nachfrage aus der Nachbarschaft und aus ganz Dortmund sei groß, sagt Künzlberger.
Die Idee hinter dem Namen ist dabei bewusst simpel. Viele Menschen haben ein Lieblingscafé oder ein Lieblingsrestaurant – warum also nicht auch einen Lieblingszahnarzt?

















