Das Klinikum Dortmund gGmbH startet ein Pilotprojekt zum Einsatz von Bodycams in seinen Notaufnahmen. Ab Mitte Januar werden die Kameras zunächst in den Notaufnahmen an den Standorten Dortmund-Mitte und Dortmund-Nord sowie in der Kinderklinik und Kinderchirurgie testweise eingesetzt. Ziel ist es, die Sicherheit der Mitarbeitenden in besonders belasteten Bereichen zu erhöhen und Eskalationen frühzeitig entgegenzuwirken.
Hintergrund des Projekts ist die bundesweit zunehmende Zahl von Gewalttaten gegenüber Klinikpersonal. Besonders Notaufnahmen gelten laut Studien und Umfragen, unter anderem des Deutschen Krankenhausinstituts im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft, als stark betroffen. Rund jede zweite Klinik nennt diesen Bereich als Schwerpunkt von Übergriffen.
Die Bodycams sollen vor allem im Empfangsbereich der Notaufnahmen in Mitte und Nord zum Einsatz kommen. Sie werden ausschließlich in eskalierenden Situationen eingeschaltet, nicht jedoch während medizinischer Behandlungen oder vertraulicher Gespräche. Die Aufzeichnung ist für alle Beteiligten deutlich erkennbar. Ob und wann eine Kamera genutzt wird, liegt im Ermessen der jeweiligen Mitarbeitenden, die Teilnahme am Projekt ist freiwillig.
Neben einer präventiven Wirkung können die Aufnahmen in schweren Fällen auch der Beweissicherung dienen. Kommt es zu Anzeigen, können sie zur Aufklärung beitragen und beispielsweise Grundlage für Hausverbote sein, von denen medizinische Notfälle ausgenommen bleiben.
Rechtlich geprüftes Pilotprojekt
Das Vorhaben wurde durch das Justitiariat des Klinikums sowie eine externe Kanzlei umfassend rechtlich geprüft. Auch die Landesdatenschutzbeauftragte und das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium sehen den Einsatz unter klar definierten Voraussetzungen als rechtlich zulässig an. Ein detailliertes Datenschutzkonzept stellt sicher, dass Aufnahmen DSGVO-konform verarbeitet, gespeichert und automatisiert gelöscht werden, sobald sie nicht mehr benötigt werden. Der Betriebsrat war eng in die Vorbereitungen eingebunden und unterstützt das Projekt.
Die Pilotphase ist auf drei Monate angelegt. Die beteiligten Mitarbeitenden werden vorab geschult. Nach Abschluss der Testphase erfolgt eine Auswertung, auf deren Grundlage gemeinsam mit dem Betriebsrat entschieden wird, ob die Bodycams dauerhaft eingesetzt oder auf weitere Bereiche des Klinikums ausgeweitet werden.

















