Woran genau es gelegen hat, wird wohl Spekulation bleiben. Sei’s drum – nachdem die letztjährigen Anmeldezahlen beim Kirchlinder Friedenslauf trotz verlängerter Fristen noch für ein paar Sorgenfalten gesorgt hatten, platzte an diesem Pfingstmontag plötzlich der Knoten. Womöglich hatte es sich nach den Pandemiejahren schlichtweg erst bis zum einen oder anderen Hobbyläufer herumsprechen müssen, dass man sich das Traditionsevent wieder fest im Kalender notieren darf.
Jedenfalls fanden sich 2024 über 750 Namen in den Anmeldelisten des TSV Kirchlinde, und der Hof der „Kochschule“ war belebt wie in den allerbesten Zeiten. Der organisatorischen Herkulesaufgabe widmeten sich die Ehrenamtlichen an Zeitnahme und Würstchengrill, an Waffeleisen und Getränkestand mit großem Einsatz, schließlich hat der Friedenslauf einen ausgezeichneten Ruf zu verteidigen: An der Westerwiktraße wird nach wie vor alles mit „Bordmitteln“ und viel Herz gestemmt, was dem Tag seine lauschige Familienfest-Atmosphäre verleiht.
Sportliche Top-Leistungen gibt’s natürlich trotzdem: Mit Sascha van Staa etwa schürte an der Westerwikstraße ein Läufer die Schuhe, der sich vor einigen Jahren eine Finalteilnahme bei Deutschen Meisterschaften sichern konnte und noch im letzten Jahr bei den Marathon-Titelkämpfen nur haarscharf an einer Medaille vorbeischrammte. Auch auf dem Kirchlinder Kurs gab es kein Vorbeikommen am Top-Sportler des LC Rapid, der bei seiner Siegerzeit von 1:16:50 Std. nach eigener Aussage nur auf den letzten 1000 Metern sein Potential voll ausschöpfen musste.
Auch der Halbmarathon-Titel der Frauen ging an diesem Pfingstmontag an die „Rapidos“: Alexandra Krämer, die noch vor zwei Wochen die „Deutschen“ trotz geknackter Quali-Norm über 10.000 Meter leider krankheitsbedingt sausen lassen musste, war augenscheinlich wieder fit und hatte als Siegerin in der Zeit von 1:28:12 Std. im Ziel einen Vorsprung von rund anderthalb Minuten.
Die Gastgeber wiederum trumpften erwartungsgemäß im Nachwuchsbereich am stärksten auf: Mit Amélie Ben Sassi, Luana Keyvandrarian und Lara Stark-Baroza platzierten sich drei TSV-Läuferinnen auf den Rängen zwei bis vier – in Zeiten, die sogar bei den Jungs zu Top-Ten-Platzierungen gereicht hätten.
Bei den Bambini wiederum interessierte sich noch niemand für Laufzeiten. Was nicht heißen soll, dass bei „Einmal bis zum Baum und zurück“ nicht schon jede Menge Kampfgeist im Spiel war.
Gesamtfazit des Auftakts zur Kirchlinder Woche also: Die Sportler haben den Friedenslauf wieder auf dem Zettel, und der konnte am Pfingstwochenende seinen guten Ruf sicherlich noch weiter unterstreichen.

















