Marco Reus ist 29 Jahre alt. Wegen seines verheerenden Verletzungspechs verpasste der BVB-Star nicht nur die WM 2014 und damit den vielumjubelten WM-Titel, sondern auch die Europameisterschaft in Frankreich. Bei der aus deutscher Sicht desolaten WM in Russland war Reus teilweise ein echter Rettungsanker: Wenn er an den Ball kam, gab es Hoffnung – machte sich ein Hauch von Euphorie breit.
So spielte der sympathische Dortmunder im Match gegen Schweden in der zweiten Halbzeit stark auf und drückte das runde Leder in der 48. Minute mit seinem linken Knie aus rund sieben Metern ins Tor – Deutschland war wieder im Spiel. Am Ende hatte Reus großen Anteil daran, dass die Schmach vom Mexico-Spiel ein wenig relativiert wurde.
Bei der peinlichen 0:2 Nummer gegen Südkorea konnte Reus seine Leistung aus dem Schweden-Spiel aber nicht wiederholen – die Partie lief meist am Dortmunder vorbei. Falsche Taktik, pomadiges, unkonzentriertes Auftreten der gesamten Löw-Elf führte zum völlig verdienten Aus in der Vorrunde. Das hatte sich Reus sicher anders vorgestellt. Statt Russland heißt es jetzt für den BVB-Star: Auf in die USA! Denn der BVB startet am 18. Juli Richtung Amerika, Marco Reus wird schon 2 Tage später in Chicago zu seinen Mannschaftskameraden stoßen. Die Mannschaft des neuen BVB-Trainers Lucien Favre wird sich dann bis zum 26. Juli in den USA aufhalten. Dort stehen interessante Testspiele gegen Manchester City (21. Juli), den FC Liverpool mit dem ehemaligen BVB-Coach Jürgen Klopp (22. Juli) und Rekordmeister Benfica Lissabon (26. Juli) auf dem Programm.
Achtelfinal-Aus für zahlreiche Weltstars
Bilder sagen mehr als tausend Worte: Das Achtelfinal-Aus Argentiniens markierte für Dribbelstar Lionel Messi (31) einen weiteren Tiefpunkt in seiner WM-Karriere. Beim dramatischen 3:4 in Kasan wurde der amtierende Vizeweltmeister von flinken Franzosen überrollt. Messi scheiterte damit auch bei seinem vierten Versuch, den WM-Titel zu holen. Nach dem WM-Aus ist seine Zukunft offen, stand er in Russland das letzte Mal auf der ganz großen Bühne?
Weniger angefressen zeigte sich Portugals Superstar Christiano Ronaldo nach dem Achtelfinal-K.O. seiner Seleção gegen Uruguay. Mit einem Lächeln auf den Lippen verließ der 33-jährige fünfmalige Weltfußballer die Katakomben des Fischt-Stadions von Sotschi. Manch einer traut Ronaldo zu, noch mit 37 Jahren bei der WM 2022 in Katar nach dem letzten fehlenden Titel zu greifen. Hat er bereits daran gedacht?
Auch für Spanien hieß es bereits im Achtelfinale: Adios Russland! Mit Edeltechnikern wie Iniesta, Sergio Ramos und Piqué gespickt, reichte es für den Weltmeister von 2010 gegen Russland nur zum brotlosen Querpassfestival. Am Ende unterlag die ideenlose „Selección“ im historischen Elfmeter-Wahnsinn von Moskau dem Gastgeber – verdient. Topstar Andrés Iniesta geht – das Aus Spaniens gegen Russland war das letzte Länderspiel für den begnadeten Mittelfeldregisseur.

















