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Home Dortmund

Gefährliches Erbe unterm Rasen

Alte Bergbau-Stollen machen die „Rote Erde“ seit zehn Monaten unbespielbar

von Wir in Dortmund (SK)
vor 3 Jahren
in Dortmund, Sport
Lesezeit: 2 Minuten
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Archivfoto: Stephan Schütze/Wir in Dortmund

Archivfoto: Stephan Schütze/Wir in Dortmund

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Der Gedanke an die nächste Nebenkostenabrechnung lässt viele Menschen derzeit auf einen milden Winter hoffen. Beim BVB haben sie sogar noch einen zusätzlichen Grund, Frost und Schnee zu fürchten. Schließlich ist die Heimstätte der U23, das Stadion Rote Erde, mittlerweile bereits seit rund zehn Monaten aus dem Spiel genommen.

Und die Genesung des Patienten zieht sich weiter hin, hatte man von verantwortlicher Seite den Umfang der unter dem Areal befindlichen Hohlräume doch offenbar deutlich unterschätzt.

Etwa 3400 Tonnen Beton hat die ausführende Baufirma nach Auskunft von Bernd Kruse, Geschäftsführer der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund, an der Strobelallee mittlerweile in den Untergrund gepumpt. Auch beim Bau des „großen Bruders“ Signal-Iduna-Parks vor rund einem halben Jahrhundert beeinträchtigten die Relikte des Ruhrbergbaus die Arbeiten, gelten die Heimat der Borussen und ihre Umgebung doch schließlich als hiesige Wiege des Kohlebergbaus. So traten einst insgesamt sechs Belüftungs- und Förderschächte an der Arbeitsstätte der BVB-Profis zu Tage, einer davon im Strafraum vor der „Nord“, einer geradewegs im Mittelkreis.

Im Falle der Roten Erde liegt man inzwischen über ein halbes Jahr hinter den Plänen, und die Zeit drängt, denn für den Rückrundenstart der U23 müssen Ausweichquartiere her. Das Wuppertaler Stadion am Zoo aber, in der Hinrunde schwarzgelbes „Exil“, stünde bei Schnee und Frost mangels Rasenheizung keinesfalls zur Verfügung – ließe also der Winter die Muskeln spielen, müsste möglicherweise bis nach Köln (!) ausgewichen werden.

Anstrengend ist das Jahr ohne Heimrecht sowohl für Aktive wie auch für Fans. Daher sehnt man den Abschluss des Projekts schon seit geraumer Zeit herbei.

Kosten steigen
In seiner Sitzung am 14. Februar befasste sich der Verwaltungsvorstand jetzt mit der notwendigen Erhöhung des Kostenrahmens für die Verfüllungsarbeiten im Stadion Rote Erde. Die Gesamtkosten erhöhen sich um 880.000 Euro.

Der Rat hatte in seinen Sitzungen im Februar und November 2022 die Maßnahmen zur Modernisierung des Stadions Rote Erde mit einem Kostenvolumen von insgesamt 3,35 Mio. Euro beschlossen. Die letztendlich entstehenden Kosten ließen sich auch trotz der durchgeführten Erkundungsbohrungen inklusive bisheriger Erfahrungswerte des zuständigen Ingenieurbüros vorab nicht genauer festlegen.

Bis Ende Dezember wurden über 350 Bohrungen (rd. 10,5 Bohrkilometer) in den Untergrund eingebracht. Die Hohlräume wurden mit über 3.500 Tonnen eines umweltverträglichen, hydraulisch abbindenden Baustoffs verfüllt. Die Maßnahme der Bergbauerkundung und -sicherung ist mittlerweile abgeschlossen. „Das Ende der Verfüllung ist jetzt der Startschuss für die Arbeiten zum Einbau der Rasenheizung und des Naturrasens.

Danach können die leichtathletischen Anlagen erneuert werden. In diesem Sommer wollen wir die Anlage dann wieder den Sportlerinnen und Sportlern übergeben“, erläutert Sportdezernentin Birgit Zoerner.

 

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