Petra hat den Kaffee auf. Täglich fährt sie mit dem Fahrrad von der Westfalenhütte bis zur Rheinischen Straße, wo sie arbeitet. Insbesondere an der Einmündung Brinkhoffstraße zum Königswall kommen ihr auf dem Radweg regelmäßig Fahrräder oder E-Scooter entgegen, die in falscher Richtung unterwegs sind, erzählt sie: „Wenn man was sagt, wird man angeschrien und beleidigt.“ Dabei komme es gerade in den Innenstadtbereichen immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen mit „Geisterfahrern auf zwei Rädern”, betont Sylvia Uehlendahl. Deshalb hat die Leiterin des Tiefbauamtes zusammen mit ihren Kolleg*innen und der Dortmunder Polizei nun eine Kampagne gestartet, um Zweiradfahrende auf das Problem aufmerksam zu machen.
Daumen hoch und „Gute Fahrt!“, Daumen runter auf der falschen Seite
Mit Sprühkreide und einer Schablone trug Fabian Menke als Fuß- und Radverkehrsbeauftragter beim Tiefbauamt am Montagvormittag an drei Stellen entlang der Bornstraße, rund um die Einmündung Schüchtermannstraße, eine Grafik auf dem Fahrradweg in Richtung Innenstadt auf. Wer hier auf der richtigen Seite unterwegs ist, erhält einen Daumen hoch und den Wunsch „Gute Fahrt!“ mit auf den Weg. Für alle, die aber Richtung Norden auf der linken Straßenseite fahren, ist der Daumen automatisch nach unten gerichtet. Der Schriftzug „Falsche Seite!” macht sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam.
Denn auch für Zweiradfahrende gilt das Rechtsfahrgebot, sofern es sich nicht um einen Zwei-Richtungs-Radweg handelt, so Jolante Bialas als Leiterin der Direktion Verkehr bei der Dortmunder Polizei: „Kommt ein Fahrradfahrer von der rechten Seite, ist es für gewöhnlich nicht so, dass er erwartet wird.“ Wer also mit dem PKW die Schüchtermannstraße in Richtung Bornstraße verlässt, schaut vor allem, ob von links jemand auf einem Zweirad kommt, und übersieht, wenn jemand von rechts kommt. Gerade bei denjenigen auf dem Fahrrad oder dem E-Scooter führten derlei Situationen häufig zu schweren Verletzungen: „Die haben keine Knautschzone.“
Und dennoch: „Verantwortlich bleibt der PKW-Fahrer“, so Bialas. Die Person auf dem Zweirad müsse jedoch mit einem Verwarngeld rechnen, das die Polizei aber aufgrund der schweren Verletzungen in der Regel nicht erhebt. Nicht nur an der Schüchtermannstraße kommt es vermehrt zu derartigen Unfällen. Auch an weiteren „Unfallschwerpunkten“ wollen Stadt und Polizei nun entsprechende Sprühkreide-Piktogramme aufbringen, um den Menschen auf Fahrrädern und E-Scootern mitzuteilen: „So fährst du richtig beziehungsweise so verhältst du dich falsch und begibst dich in Gefahr.“

















