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Home Dortmund

Gesprühte Denkmäler für Franz Jacobi und seinen Verein

In Dortmund sind in den letzten Monaten zwei wandfüllende Murals entstanden

von Wir in Dortmund (PS)
vor 9 Monaten
in Dortmund, Fußball, Kunst & Kultur
Lesezeit: 3 Minuten
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Martina und Hans Bornschein haben ihren Lieblingsverein an ihrer Hausfassade verewigt. (Fotos: Wir in Dortmund)

Martina und Hans Bornschein haben ihren Lieblingsverein an ihrer Hausfassade verewigt. (Fotos: Wir in Dortmund)

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„Einen Tag, bevor Borussia das Champions-League-Finale gespielt hat“, durfte Hans Bornschein mit seiner Frau Martina das neue Wandbild an der Südfassade ihres Mehrfamilienhauses bewundern. „Wir waren sprachlos, als es fertig war“, erzählt Martina. Inzwischen sei das Haus der Bornscheins zu einer kleinen Attraktion geworden, und dass online überall Bilder von ihrem Haus an der Wittener Straße 91 kursieren, ist für das Paar zur Normalität geworden. Im Frühjahr nun tauchte ein weiteres schwarzgelbes Mural in Dortmund auf.

Seit längerem ist die Rückwand des Hauses an der Saarlandstraße, Ecke Alter Mühlenweg, in dessen Erdgeschoss sich auch die Kneipe „Abseits“ befindet, eingerüstet. Immer wieder sei er an der Fassade vorbeigegangen, habe sich gefragt, was denn wohl mit ihr geschehe, mit der „schönen Fläche, direkt einsehbar von der Hohen Straße“, erzählt Graffiti-Artist Andrian Schnabel. Nachdem er auf dem Südwest-Friedhof das Grab von BVB-Gründer Franz Jacobi besucht und realisiert hatte, „was dieser Mensch erreicht hat“, nämlich „dass jede Woche 80.000 Menschen in die Stadt kommen“, fasste der Künstler und „Riesen-BVB-Fan“ sich ein Herz: „Ich dachte, dass es schön wäre, wenn ich dem ein bisschen Leben einhauche.“ Mithilfe des „Abseits“ nahm er Kontakt zur steady solutions GmbH auf, der das Haus gehört.

Gesprühte Denkmäler für Franz Jacobi und seinen Verein
Die Fassade am Alten Mühlenweg erinnert an BVB-Gründer Franz Jacobi.

„Alles hängt zusammen“
Lange bohren musste Andrian Schnabel bei dem Immobilienunternehmen nicht, im Gegenteil: „Die waren sehr kommunikativ und sehr angetan“ von der Idee, die Wandfläche mit einem schwarzgelben Motiv zu versehen. Das besteht aus einem „Dreiklang“, wie der Sprayer erklärt. So findet sich unter dem Gesicht des Gründers in Erinnerung an dessen Arbeiter-Vergangenheit ein Stahlkessel, der wiederum mit dem Stahl seine Geschichte in das „Fahnenmeer“ am Fuß der Wand füllt: „Alles läuft ineinander und hängt irgendwie miteinander zusammen.“ Nachdem Schnabel steady solutions dieses Konzept präsentiert hatte, erklärte das Immobilienunternehmen sich nicht nur bereit, die Farben zu finanzieren, sondern stellte auch eine „videografische Projektbegleitung“ für eine Art „Making-of“ zur Verfügung. „Verdient haben wir da jetzt nichts“, räumt Schnabel mit Blick auf sein eigenes Unternehmen SNBL Artworks ein, das aber störe ihn nicht weiter, schließlich habe er Franz Jacobi dieses Denkmal „aus Herzensgründen“ gesetzt.

Eine schwarzgelbe Wand als Fanmagnet
Auch das Herz der Bornscheins aus Dorstfeld schlägt in Schwarzgelb. „Wir haben alles von BVB“, erzählt Martina und weist auf einen Kalender und diverse Fahnen in der ehelichen Wohnung. Der Wunsch nach einem BVB-Logo an der Hauswand jedoch kam von Tochter Julia. Im Zuge der ohnehin stattfindenden Renovierung tauschten die Bornscheins sich daraufhin mit dem Malerbetrieb Ingenbleek aus, den sie mit den Arbeiten am Haus beauftragt hatten. Dieser stellte den Kontakt zu Graffiti-Künstler Falco Lieschke her, der kurzerhand das bereits stehende Gerüst nutzte. Innerhalb von zwei Tagen wuchs an der Wittener Straße nicht nur ein BVB-Logo, sondern auch ein großes Stadion. „Ich habe insgesamt über 200 Sprühdosen verballert“, berichtet der Künstler in einem TikTok-Video, „Als das Konstrukt vom Stadion dann endlich fertig war, habe ich noch meine berühmten Flammeneffekte eingebaut mit Gelb und Rot, einfach, um dem Tempel das Feuer mitzugeben, was er in den meisten Fällen hat, vor allem in den Champions-League-Nächten.“

Bald enthüllt lockte das fertige Mural etliche Fans nach Dorstfeld, die das Haus der Bornscheins mit ihren Fotos schnell zur Berühmtheit machten. Am Alten Mühlenweg lässt die ganze Pracht des Wandbildes noch auf sich warten, aber Andrian Schnabel ist zuversichtlich, dass das Gerüst auch hier in den kommenden Wochen abgebaut und sein Werk in Richtung Hohe Straße leuchten wird.

 

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