Rund 100 ehrenamtliche Vertreter:innen der Spar- und Bauverein eG haben sich ein Bild von drei Genossenschaftsquartieren im Dortmunder Norden gemacht. Die jährliche Besichtigungsfahrt richtet sich an das gewählte Gremium der Genossenschaft, das als Interessenvertretung für rund 21.000 Mitglieder fungiert.
Uhlandblock: Historische Siedlungsentwicklung
Der erste Stopp der Tour war der Uhlandblock, ein Quartier, dessen älteste Häuser um 1913 entstanden sind. Er gilt als Beispiel für den städtebaulichen Übergang zwischen der Gründerzeit und den später entstandenen, stärker gemeinschaftlich konzipierten Siedlungsformen. Die geschlossenen Innenhöfe und Grünflächen sowie die in die Wohnungen integrierten Sanitärbereiche galten damals als modern. Diese waren im frühen 20. Jahrhundert keineswegs üblich, sondern befanden sich sonst oft im Treppenhaus „auf halber Treppe“.
Über die Jahrzehnte haben sich rund um den Uhlandblock zahlreiche lokale Anekdoten entwickelt. Eine der bekanntesten verweist auf die Nähe zum gesellschaftlichen und sporthistorischen Zentrum der Nordstadt: „Vom Uhlandblock zum Borsigplatz ist es nur ein Tor“ – ein Hinweis auf die frühere Bewohnerschaft, die bei Hoesch arbeitete oder im Umfeld des BVB aktiv war.
Brechten: Wer kommt, möchte bleiben
Anschließend führte die Fahrt nach Brechten, wo in den 1960er-Jahren mehrere Wohnhäuser der Genossenschaft entstanden sind. Der ursprünglich als Bauerndorf gegründete Stadtteil hat bis heute viel Grün und ruhige Lagen, gleichzeitig gibt es eine direkte Verkehrsanbindung in die Innenstadt. Diese Mischung führt zu einer niedrigen Fluktuation: Frei werdende Wohnungen sind selten und viele Bewohner:innen leben bis zum Lebensende hier.
Borsigplatz: Platz für Gründungen
Zum Abschluss besuchten die Vertreter:innen den Borsigplatz, genauer die Wambeler Straße. Dort begann nicht nur 1909 die Geschichte des BVB, sondern auch die Geschichte der heutigen Spar- und Bauverein eG, und zwar 16 Jahre zuvor, im Jahr 1893. Bereits kurz nach der Gründung entstanden vor Ort die ersten Gebäude der Genossenschaft, darunter das Concordia-Haus direkt am Borsigplatz. Das Haus mit dem markanten Glockenturm diente im Zweiten Weltkrieg als Beobachtungsposten und später als Sirenenstandort. Bis in die 1950er-Jahre befand sich im Erdgeschoss ein Tanz- und Veranstaltungslokal, das dem Gebäude seinen heutigen Namen gab. Seit 2018 wird das Haus als Quartierstreff genutzt und in Kooperation mit dem Planerladen e. V. betrieben.
Von den frühen Arbeiterwohnungen über die Nachkriegssiedlungen bis hin zu den heutigen Orten sozialer und kultureller Begegnung – der Norden ist vielschichtiger, als man denkt.
2026 werden die Vertreter:innen der Spar- und Bauverein eG neu gewählt. Alle Informationen dazu finden Sie unter: www.sparbau-dortmund.de/vertreterwahl

















