Menschenskinder, Eike! Um den letzten runden Geburtstag des ehemaligen Borussenkeepers herum schien noch vieles darauf hinzudeuten, der heute 64-Jährige habe die Chaos-Jahre seines Lebens endgültig hinter sich gelassen. Was sich in erster Linie in ausbleibenden Schlagzeilen widerspiegelte: Keine Privatinsolvenzen mehr, keine Gerichtstermine und keine Dschungelcamp-Auftritte – stattdessen kümmerte Immel sich bei seinem Jugendverein TuS Stadtallendorf um den Torhüter-Nachwuchs, half dem Sportjournalisten Gregor Schnitker bei dessen Porträt des Menschen Eike Immel und blickte nach eigenen Worten ansonsten entspannt in die Zukunft. „Schauen wir einfach, was kommt!“ lautete folgerichtig auch 2021 im Gespräch mit unserer Redaktion die Immelsche Devise.
Dass sein Weg ihn aber inzwischen, nur vier Jahre später, erneut auf die harte Anklagebank geführt hat und auf den Ex-Nationaltorhüter diesmal im Anschluss sogar das Gefängnis warten könnte, dürften nicht nur etliche langjährige BVB-Fans kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen haben, indem er geliehenes Geld nicht zurückzahlte. Zumal sich die Vorwürfe, denen der 64-Jährige sich ausgesetzt sieht, so gar nicht unter der Rubrik „Ausrutscher“ einordnen lassen: In insgesamt 107 Fällen soll der Torwart Bekannte um eine Gesamtsumme von rund 34.000 € betrogen haben. Was insgesamt zwar deutlich weniger einen abgezockten als vielmehr einen verzweifelten Eindruck hinterlässt, hinter Immels Resümee, wieder in die Lebensspur zurückgefunden zu haben, allerdings ein dickes Fragezeichen setzt.
Sollte der Ex-Torwart mit einer Berufung keinen Erfolg haben und das Gerichtsurteil bestätigt werden, stehen 26 Monate Haft im Raum. Kein „gewerbsmäßiger Betrüger, sondern ein gescheiterter Fußballstar“ sei sein Mandant, gab Verteidiger Turgay Schmidt zu Protokoll.
Das mag so stimmen – ein Alltag ohne Schlagzeilen allerdings dürfte für den 64-Jährigen erst einmal wieder außer Reichweite geraten.

















