Die Situation in der LEG-Großwohnsiedlung Clarenberg in Dortmund-Hörde sorgt seit Wochen für massive Kritik. Nach einer kurzfristig anberaumten Bürgersprechstunde vor Ort hat die SPD-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau deutliche Vorwürfe gegen die Vermieter erhoben. Zahlreiche Mieterinnen und Mieter schilderten gravierende Missstände in ihren Wohnungen und im Quartier, die aus ihrer Sicht seit Monaten nicht ausreichend behoben werden.
Nach Angaben der Abgeordneten suchten rund 35 Bewohnerinnen und Bewohner das Gespräch. Besonders häufig wurden langanhaltende Heizungsausfälle genannt, die teilweise bereits seit November andauern. In einzelnen Wohnungen lagen die Temperaturen zeitweise nur bei rund 13 Grad. Als Übergangslösung stellte die LEG Immobilien Heizlüfter zur Verfügung. Diese reichten jedoch nicht für eine angemessene Beheizung aus und verursachten zusätzliche Stromkosten, die von den Mieterinnen und Mietern selbst getragen werden müssten. Auch monatelange Einschränkungen bei der Warmwasserversorgung und Duschverbote aufgrund von Legionellenbefall wurden geschildert. Hinzu kämen aus Sicht der Bewohnerschaft Defizite im Kundenservice, etwa ausbleibende Rückmeldungen auf Mängelanzeigen oder als respektlos empfundene Gespräche an der Hotline.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt betrifft die Heizkostenabrechnungen. Viele Haushalte berichten von Nachforderungen in Höhe von mehreren Tausend Euro, vereinzelt sogar bis zu 10.000 Euro. Auffällig sei, dass diese extremen Beträge erst seit der zentralen Abrechnung durch die LEG aufträten. Neben den technischen Problemen nannten Anwohner zudem Rattenbefall, überfüllte Müllplätze, häufige Aufzugsausfälle sowie Verschmutzungen in Treppenhäusern und Aufzügen. Auch wenn nicht alle Ursachen unmittelbar beim Eigentümer lägen, trage dieser nach Ansicht der SPD-Politikerin eine Verantwortung für Ordnung, Sicherheit und Wohnqualität.
Auch ein Bewohner des Hauses Nummer 26 zieht gegenüber unserer Redaktion die Bewohner selbst zur Verantwortung: “Hier wird nicht auf Mülltrennung geachtet, da brauchen wir uns nicht wundern, wenn die Ratten hier rumlaufen”
Seit Monaten ohne verlässliche Wärme – Bewohner berichten von massiven Belastungen
Die LEG weist in einer aktuellen Stellungnahme darauf hin, dass die Heizungsausfälle auf mehrere Rohrbrüche im Leitungssystem zurückzuführen seien. Besonders betroffen seien Wohnungen in den Häusern Clarenberg 26 und 28 sowie eine einzelne Wohnung in der Wilhelm-Schmidt-Straße gewesen. Aktuell seien nur noch sechs Wohnungen betroffen (Stand: 04.02.26). Die Leckageortung habe sich aufgrund der komplexen Bauweise des Rohrsystems als schwierig erwiesen. Inzwischen seien die Rohrbrüche in den meisten Objekten lokalisiert und behoben worden, lediglich in einem Gebäudeteil bestehe noch eine weitere Leckage, die derzeit untersucht werde. Der Heizkessel selbst sei erst vor wenigen Jahren erneuert worden und grundsätzlich funktionsfähig.
Nach Angaben des Unternehmens wurden alle noch betroffenen Haushalte mit Heizlüftern ausgestattet. Zudem kündigt die LEG an, allen Mieterinnen und Mietern für die Dauer der Einschränkungen eine entsprechende Mietminderung zu gewähren, die automatisch verrechnet werden soll. Die Warmwasserversorgung soll nach Abschluss laufender Arbeiten zeitnah wiederhergestellt werden. Über den Stand der Maßnahmen will die LEG über Aushänge, ein digitales Hausportal und einen Concierge-Service informieren.
Anja Butschkau fordert dennoch schnelle, transparente und nachhaltige Lösungen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner fühlten sich im Stich gelassen und erlebten einen deutlichen Verfall ihres Wohnumfelds. Wohnen sei ein Grundbedürfnis, betont die Abgeordnete, und die Menschen am Clarenberg warteten nach Monaten der Einschränkungen nun auf spürbare Verbesserungen.

















