„Wie baue ich ein Atomkraftwerk?“ und ähnliche Titel finden sich in Dr. Patrick Knopfs Bücherregal. Doch seitdem der Leiter des Botanischen Gartens Rombergpark mit Melange – Literarische Gesellschaft zur Förderung der Kaffeehauskultur literarische Spaziergänge durch den Park organisiert, nimmt er durchaus gelegentlich auch das eine oder andere belletristische Werk zur Hand. Das gestand er am Sonntagmittag den Menschen, die sich auf den kleinen Rängen des Amphitheaters an der Moorkate um den Parkleiter versammelt hatten. Gekommen waren sie für die erste Dortmunder Ausgabe des LiteraturSommerHellweg.
Shakespeare, Jazz und der gute Geist von Brünninghausen
Das Konzept stammt aus der Feder des Westfälischen Literaturbüros in Unna und bringt seit 2019 kostenlose Open-Air-Literatur in verschiedene westfälische Städte. In Zusammenarbeit mit Melange e. V., der Auslandsgesellschaft und dem Dortmunder Kulturbüro sowie mit Geldern des Landesministeriums für Kultur und Wissenschaft ist es nun gelungen, auch in Dortmund ein Programm auf die Beine zu stellen. Den literarischen Anfang machte am Mittag Markus Veith mit einem literarischen Shakespeare-Spaziergang durch den Park. Über den Tag verteilt folgten Lesungen mit René Sydow, Leslie Sternenfeld, Lioba Albus und Michael Kobr, gerahmt von Jazz & more. Als Walkact wandelte währenddessen der gute Geist von Brünninghausen alias Caroline Keufen durch den Botanischen Garten.
Kultur in der Forschungsstation
Dr. Patrick Knopf sieht sich bestätigt: „Wir sind ein Wissenschaftsgarten, der auch ein Lustwandelgarten sein kann.“ Als solcher war der Rombergpark ursprünglich angelegt worden und ist mit dem LiteraturSommerHellweg in etwas anderer Form zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt. „Ich finde, dass unser Park noch mehr Literatur und feine Künste vertragen kann“, konstatierte der Parkleiter vor versammeltem Publikum. So plant er, die Forschungsstation, die bald im Park entstehen soll, auch als Kulturort zu definieren. Neben dem Raum für die Dauerausstellung, in dem Besuchende zukünftig das Leben einer Pflanze nachvollziehen können, ist ein weiterer Raum für temporäre Ausstellungen oder andere Kulturveranstaltungen vorgesehen. Darüber hinaus soll an einer der Fassaden eine Einspannleinwand Theater- und Kinoabende ermöglichen.
Ausstellung in den Pflanzenschauhäusern ab September
Während Dr. Knopf mit seinen Ankündigungen Zukunftsmusik spielte, ist die nächste Ausstellungseröffnung im Park zum Greifen nahe. Für den 7. September um 11 Uhr lud der Parkleiter alle Interessierten zu einer Matinee in die Pflanzenschauhäuser ein. Zeigen wird der Botanische Garten dann Tiere der Dortmunder Kohlezeitalters. Bis vor knapp 300 Millionen Jahren nämlich bewegten sich in unseren Breitengeraden unter anderem Riesentausendfüßler und Riesenlibellen.
Der nächste LiteraturSommerHellweg ist dann für 2027 geplant, gegebenenfalls auch in Dortmund. „Übernächstes Jahr hoffe ich dringend, wieder dabei zu sein“, betont Dr. Thomas Eicher von Melange e. V.

















