Es ist Freitagabend gegen 21 Uhr, und eine kleine Gruppe steht gespannt am Rand des Naturschutzgebiets Hallerey im Revierpark Wischlingen. Ausgerüstet mit Taschenlampen und einem speziellen Fledermaus-Detektor erwartet sie die Dämmerung. Sabrina Schreiter vom NABU Hamm begleitet heute eine „Fledermaus-Safari“ der Volkshochschule Dortmund und gibt den Teilnehmern spannende Einblicke in das Leben der nächtlichen Flugkünstler.
„Wir werden heute vor allem Zwergfledermäuse und Wasserfledermäuse sehen“, verspricht Schreiter. Der Revierpark Wischlingen sei ein idealer Standort für solche Beobachtungen, denn direkt am Wasser und auf dem hölzernen Steg bieten sich beste Bedingungen, um die Tiere aus nächster Nähe zu erleben. „Fledermäuse ernähren sich hauptsächlich von Insekten, deshalb findet man sie an Orten, wo viele Mücken fliegen“, erklärt die Expertin. Mithilfe eines Fledermaus-Detektors werden die Ultraschallrufe der Tiere hörbar gemacht. „Das ermöglicht uns, die Tiere frühzeitig zu erkennen, bevor sie sichtbar werden“, erläutert Schreiter.
Während der Tour räumt die Biologin auch mit häufigen Vorurteilen auf: „Viele Menschen erschrecken, wenn sie Fledermäuse in ihrem Haus entdecken, dabei sind sie eigentlich die besten Untermieter.“ Sie fressen nicht nur lästige Mücken, sondern richten auch keinen Schaden an.
Ein Teilnehmer fragt, wie viele Mücken eine Zwergfledermaus pro Nacht frisst. „Bis zu 1000 Mücken kann eine einzelne Zwergfledermaus in einer Nacht vertilgen“, antwortet Schreiter, zur Überraschung vieler Teilnehmer. „Das zeigt, wie wichtig diese Tiere für uns Menschen sind.“ Doch Fledermäuse brauchen besonderen Schutz. „Alle in Deutschland vorkommenden Arten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten“, berichtet Schreiter und appelliert, gefundene Tiere zu melden. „Es gibt speziell ausgebildete Pflegestellen wie mich, die sich um verletzte oder geschwächte Fledermäuse kümmern, bis sie wieder ausgewildert werden können.“
Die Leidenschaft der Biologin für diese faszinierenden Tiere begann während ihres Studiums. Mittlerweile ist sie seit viereinhalb Jahren im Fledermausschutz aktiv, kümmert sich um Pflegefälle und macht Öffentlichkeitsarbeit. Ihr Ziel ist klar: „Ich möchte, dass die Menschen die Fledermäuse bewusster wahrnehmen und ihre Bedeutung für das Ökosystem erkennen. Sie sind überall um uns herum, wenn man genau hinschaut.“
Die Teilnehmer an diesem Abend sind fasziniert. In der Dunkelheit zeichnen sich kleine Schatten ab, schnelle Flugmanöver beeindrucken, und das leise Klicken des Detektors verrät: Hier fliegen tatsächlich zahlreiche Fledermäuse. Sabrina Schreiter erklärt zudem spannende Details wie die Fähigkeit der Fledermäuse, ihre Körpertemperatur zu senken und die Herzfrequenz extrem zu steigern, um ihre nächtlichen Jagdflüge bewältigen zu können.
















