Wer am Pfingstwochenende durch den Soccerpark in Dortmund-Eving spazierte, erlebte eine seltene Mischung: internationales Wettkampfflair, familiäre Atmosphäre und einen Sport, den viele zum ersten Mal sahen. Von Freitag bis Pfingstsonntag richtete der Park die offizielle Weltmeisterschaft im Fußballgolf aus und feierte nebenbei sein zehnjähriges Bestehen.
Für Betriebsleiter Markus Hafelt war das ein Doppelschlag mit Ansage. Seit zehn Jahren ist er hier verantwortlich, und die Bewerbung um die WM war eng mit dem Jubiläum verknüpft. „Der Soccerpark wurde im Mai — naja, offiziell war es August — fertig, und wir sind jetzt in unserer 10. Saison”, erzählte er. Dass die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jubiläumsjahr klappte, war ein Glücksfall: 300 Spielerinnen und Spieler aus 13 Nationen waren angereist, einige davon schon seit dem Samstag zuvor, um die Trainingszeit zu nutzen.
Präzision statt Kraft
Aber was genau ist Fußballgolf eigentlich? „Man kann es relativ leicht erklären, weil der Name sich aus diesen beiden Sportarten zusammensetzt”, sagte Hafelt. Auf einem Parcours mit meist 18 Bahnen ging es darum, den Ball mit möglichst wenigen Schüssen ins Ziel zu bringen. Hindernisse aus Traktorreifen und Baumstämmen sorgten für Abwechslung — und dafür, dass nicht der härteste Schuss gewann, sondern der präziseste. Die Regeln orientieren sich am klassischen Golfsport.
Gespielt wurde in mehreren Kategorien: Junioren bis 16 Jahre, das Hauptfeld der Männer und Frauen sowie Seniorinnen und Senioren ab Ü55. Der jüngste Teilnehmer in Eving war gerade einmal neun Jahre alt.
Vom Familienausflug zum Weltmeistertitel
Einer, der zeigte, wie weit man es in diesem Sport bringen kann, war Robin Taubenberger aus Augsburg. Vor sechs Jahren nahm ihn sein Vater zum ersten Mal mit auf einen Parcours — der hatte schon ein paar Jahre vorher angefangen zu spielen. Heute ist die ganze Familie mit dem Camper auf den Turnieren der Welt unterwegs, und Robin trat als amtierender Weltmeister an, gewonnen im Vorjahr in Tschechien. Und zwar gleich doppelt: im Einzel und im Doppel.
In Dortmund lief es für ihn allerdings nicht nach Plan. „Gestern waren zwei Runden Einzel, die waren beide katastrophal, wenn ich das mal so sagen darf”, räumte er offen ein. Aufgeben war für ihn trotzdem keine Option: „Ich versuche einfach weiterhin das Beste draus zu machen und dann schauen wir, wofür es reicht.”
Familiäres Flair und Players Party
Was bei aller sportlichen Anspannung auffiel: Die Stimmung im Soccerpark war ruhig, fast familiär. Viele Spielerinnen und Spieler kannten sich aus der Turnierserie, über die sie sich für die WM qualifizieren mussten — es gibt eine eigene Weltrangliste. Am Samstagabend wurde das gemeinsame Pfingstwochenende mit der traditionellen Players Party gefeiert: großes Grillbuffet, Tanzmusik, Austausch über Sprach- und Landesgrenzen hinweg.
Am Sonntag fiel dann die sportliche Entscheidung. In den Finalrunden im Einzel- und Doppelwettbewerb wurde ausgespielt, wer sich in der kommenden Saison Weltmeister nennen darf — bevor sich die Teilnehmer am Abend auf den Heimweg machten und den Pfingstmontag zum Verschnaufen nutzen konnten.
Für Dortmund-Eving war es ein gelungenes Geburtstagsgeschenk: zehn Jahre Soccerpark, eine WM im eigenen Park und ein Sport, der gerade dabei ist, sich aus der Nische heraus einen Namen zu machen
















