Im Dortmunder Süden zeichnet sich eine neue Entwicklung rund um ein seit Jahren ungenutztes Gebäude ab. Das ehemalige Oldtimer-Museum in Wichlinghofen, unweit der B54 gelegen, könnte künftig Teil eines größeren Wohn- und Mischquartiers werden. Grundlage dafür ist eine geplante Anpassung des bestehenden Bebauungsplans, die neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen soll.
Seit geraumer Zeit steht das auffällige Gebäude an der Ecke Niederhofer Kohlenweg und Brandisstraße leer. Offiziell wird es weiterhin zur Vermietung angeboten, doch hinter den Kulissen richtet sich der Blick längst auf eine umfassendere Neugestaltung des gesamten Umfelds, die offenbar perspektivisch mehr als nur eine Einzelvermietung vorsieht.
Mehr als nur ein einzelnes Gebäude
Im Zentrum der Überlegungen steht nicht allein das ehemalige Museum. Auch angrenzende Flächen sollen in die Planungen einbezogen werden. Dazu zählt ein älteres Bürogebäude im Norden, das derzeit noch genutzt wird, sowie eine bereits geräumte Fläche östlich des Standorts. Zusammen ergibt sich ein zusammenhängendes Gebiet, das für eine größere städtebauliche Entwicklung geeignet erscheint.
Die politischen Weichen wurden dafür bereits gestellt: Anfang 2025 hatte die Bezirksvertretung Hörde einer Änderung des Bebauungsplans zugestimmt. Ziel ist es, bislang gewerblich geprägte Flächen künftig stärker für Wohnbebauung zu öffnen. Hintergrund ist eine veränderte Nachfrage: Während klassische Gewerbeflächen in diesem Bereich weniger gefragt sind, wächst gleichzeitig der Bedarf an Wohnraum.
Mehr Spielraum für neue Ideen
Mit einer weiteren Anpassung des Bebauungsplans soll nun zusätzliche Flexibilität geschaffen werden. Bislang waren die Nutzungsmöglichkeiten eng gefasst, künftig könnten Investoren vielfältiger planen. Neben Wohnungen sind auch soziale Einrichtungen wie Kitas sowie Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Kultur oder Sport denkbar.
Die Idee dahinter: Statt reiner Wohnsiedlungen soll ein lebendiges Quartier entstehen, das unterschiedliche Nutzungen miteinander verbindet. Eine solche Mischung gilt als wichtiger Baustein moderner Stadtentwicklung.
Ein konkreter Baustart ist allerdings noch nicht in Sicht. Zunächst muss der Rat der Stadt Dortmund der geplanten Änderung zustimmen. Erst danach können Investoren konkrete Projekte entwickeln.
Eine unmittelbare Auswirkung hätte die Plananpassung jedoch schon jetzt: Eine seit Ende 2023 bestehende Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete an der Wedelstraße könnte dauerhaft gesichert werden. Bislang war diese Nutzung lediglich befristet genehmigt. Damit steht fest: Auch wenn noch keine Bagger rollen, sind die Voraussetzungen für eine neue Nutzung des Areals geschaffen.

















