Spielen, durchatmen, ins Gespräch kommen: An der Reinoldikirche verwandelt sich ein 320 Quadratmeter großes Stück Innenstadt zum sechsten Mal in eine grüne Oase. Der Paradiesgarten 2026 steht unter dem Motto „DO!Play – Hier spielt das Leben“ und bringt in diesem Jahr vor allem eines mit: jede Menge Platz zum Toben für Kinder, ohne dabei die Erholung für die Erwachsenen aus den Augen zu verlieren.
Vom Green Office zum Spielparadies
Wer sich an den Paradiesgarten 2025 erinnert, kennt das Konzept des Green Office – eine Mischung aus Arbeiten im Grünen und bewusstem Entspannen. Dieses Jahr wird das Prinzip weitergedacht: „Es ging darum, das beizubehalten, aber das nochmal mit der Aufwertung für Kinder zu kombinieren“, erklärt der Bereichsleiter des Grünflächenamts, Sebastian Prozybot.
Konkret bedeutet das: ein kleiner Rutschturm aus Robinienholz, ein Sandkasten mit Förmchen und Schaufeln, ein Matschtisch sowie ein Holzpodest zum Klettern laden spielbegeisterte Kinder ein. Für Eltern mit kleinem Nachwuchs wird der barrierefreie Garten damit zu einem echten Rückzugsort in der Sommerhitze – während die Kinder beschäftigt sind, können die Erwachsenen kurz durchatmen.
Entspannung bleibt zentrales Thema
Trotz des Fokus auf Spielangebote kommen auch in diesem Jahr alle auf ihre Kosten, die einfach nur zur Ruhe kommen wollen. Das neu integrierte Holzpodest lädt nicht nur Kinder zum Klettern, sondern auch Erwachsene zum Verweilen ein. Hinzu kommen Holzliegen sowie deutlich mehr Bänke als in den Vorjahren. Schattenspendende Bäume, farbenfrohe Sonnensegel und eine Pergola runden das Bild eines entspannten Rückzugsorts ab – und sollte der Schatten draußen einmal nicht reichen, bietet die benachbarte Reinoldikirche kühle Plätze.
Pfarrerin Heike Proske, Superintendentin im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, betonte bei der Eröffnung die enge Verbindung zwischen Kirche und Garten: Die Räume griffen barrierefrei ineinander – „wortwörtlich und im übertragenen Sinn“.
Auch botanisch ist der Garten auf Wandel ausgelegt. Leuchtender Sonnenhut, zarte Prachtkerze und üppiger Salbei prägen das Beet-Bild, doch das ist erst der Anfang: Die Stauden seien aktuell noch am Anfang ihrer Blütezeit, heißt es aus dem Grünflächenamt. Bis September soll der Garten so gestaltet sein, dass immer irgendwo etwas in voller Blüte steht – statt eines einheitlichen Grüns erwartet Besucherinnen und Besucher über die gesamte Saison hinweg ein wechselndes Farbspiel. Abgerundet wird die Atmosphäre durch Street Art gestaltet vom Team Nordstadt des Jugendamts, an den Rändern des Gartens.
Bühne und kulturelles Programm
Wer öfter vorbeischaut, kann zudem auf kulturelle Überraschungen hoffen: Auf der Bühne des Paradiesgartens sind gelegentlich Konzerte und weitere kulturelle Programmpunkte geplant. Ein durchgehendes Dauerprogramm wird es nicht geben – das gab es in der Vergangenheit bereits einmal –, aber punktuelle Highlights sollen den Garten über den Sommer hinweg immer wieder neu beleben.
Ein Projekt der Auszubildenden
Besonders hervorgehoben wird in diesem Jahr die Arbeit der Auszubildenden des Grünflächenamts, die den Garten unter fachlicher Anleitung gebaut und bepflanzt haben. „Das Faszinierende am Paradiesgarten ist, dass er trotz der kleinen Fläche so viel bietet. Wer vorbeiläuft, wird sofort neugierig und vom Bunt und Grün magisch angezogen“, so Baudezernent Arnulf Rybicki, der den Auszubildenden für ihre Kreativität und ihr Engagement dankte.
Der Paradiesgarten wurde erstmals 2019 anlässlich des Evangelischen Kirchentags vor der Reinoldikirche errichtet und sollte als Ort der Erholung, Begegnung und Inspiration für Hobbygärtner dienen. Nach pandemiebedingten Unterbrechungen ist 2026 nun die sechste Auflage. Geöffnet ist der Garten von Mitte Juni bis Ende September – auch für Schulklassen ist er ein lohnendes Ausflugsziel mitten in der City.
Der Paradiesgarten an der Reinoldikirche ist barrierefrei zugänglich und kostenfrei zu besuchen.
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