Mit reBorn111 erwacht ein seit vielen Jahren leerstehendes Wohn- und Gewerbeensemble in der Dortmunder Nordstadt zu neuem Leben. Das markante Gebäude an der Bornstraße 111 wird für eine begrenzte Zeit zu einem besonderen Schauplatz, an dem Kunst und Architektur, Vergangenheit und Zukunft, Leerstand und neue Perspektiven in einen spannenden Dialog treten. Die Eröffnung fand am 19. und 20. September statt, danach bleibt die Ausstellung für Besucherinnen und Besucher bis zum 1. November 2025 an den Wochenenden zugänglich. Weitere Informationen zum Programm und zu den Öffnungszeiten von reBorn111 finden Interessierte auf der Projektwebsite https://start.reborn111.de/.
Das Gebäude selbst wird dabei zum Protagonisten: Mit seiner wechselvollen Geschichte – von der AOK-Niederlassung über kulturelle und religiöse Nutzungen bis hin zu jahrelangem Leerstand – steht es nun im Mittelpunkt eines künstlerisch-architektonischen Experiments.
Im Erdgeschoss präsentieren Liza Dieckwisch und Julius Linnenbrink ihre gemeinsame Ausstellung „Eine Königin unter der Estrada“, die den Raum mit Farbe, Material und Bewegung neu definiert. Die Wahl fiel bewusst auf Linnenbrink, der in der Nordstadt aufgewachsen ist und nun an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt – gemeinsam mit seiner Kollegin – wie er selbst Meisterschülerin der renommierten deutschen Künstlerin Katharina Grosse.
Im ersten Obergeschoss zeigt die Immobiliengesellschaft Julius Ewald Schmitt GmbH & Co. KG – Eigentümerin des Gebäudes – unter dem Motto „Gutes von Gestern“ nicht nur Projekte aus ihrer über 130-jährigen Firmengeschichte, sondern auch aktuelle und kommende Bauvorhaben – darunter die Immobilie in der Bornstraße 111 selbst. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bestandsgebäude erhalten, weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht werden können – ein Thema, das für die nachhaltige Stadtentwicklung von zentraler Bedeutung ist.
Ergänzt wird die Ausstellung durch das niederländische Design Studio La Bolleur, das nach einem intensiven Besuch in der Westfalenmetropole mit „Mission Dortmund“ einen überraschenden und facettenreichen Blick auf die Stadt präsentiert. Darüber hinaus berät und unterstützt La Bolleur die Immobiliengesellschaft auch bei weiteren Sanierungsprojekten in der Nordstadt – insbesondere mit Blick auf die Frage, welche Elemente zur Identität eines Gebäudes gehören und wie diese in die Neugestaltung der Innenräume integriert werden können.
Umfassende Sanierung geplant
Der Anstoß für das Projekt kam aus einer ganz konkreten Situation: Nachdem es im leerstehenden Gebäude zu Einbrüchen und Brandstiftung gekommen war, entstand die Idee, den Ort bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten nicht länger brachliegen zu lassen, sondern ihn mit Leben zu füllen. „Wir wollten die Räume bewusst in ihrem ursprünglichen, unsanierten Zustand zeigen – als Momentaufnahme, die verdeutlicht, dass vorübergehender Leerstand auch Chancen bietet, wenn man Räume öffnet und Kreativität hineinholt“, erläutern die beiden Initiatoren, Christian Schmitt, Geschäftsführer der Julius Ewald Schmitt GmbH & Co. KG, sowie Architekt Richard Schmalöer.
Mit der Ausstellung wird der heutige Charakter des Gebäudes sichtbar gemacht, bevor es einer umfassenden Sanierung und Modernisierung unterzogen wird. Ziel ist es, das Ensemble so zu restaurieren, dass es seinem imposanten Erscheinungsbild aus der Gründerzeit vor den Kriegsbeschädigungen wieder nahekommt. Die temporäre Zwischennutzung durch Kunst und Architektur bietet damit nicht nur einen spannenden Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart, sondern schafft auch Transparenz für die künftige Entwicklung. Langfristig soll an der Bornstraße 111 hochwertiger Wohn- und Gewerberaum entstehen – und die Ausstellung macht bereits jetzt erlebbar, welches Potenzial in diesem historischen Bauwerk steckt.
Impulse für die Nordstadt
„Mit reBorn111 geben wir einen Einblick in das Gebäude, wie es heute ist – roh, unsaniert und voller Geschichte. Danach wollen wir es so restaurieren, dass es seine ursprüngliche Eleganz zurückerhält und zugleich den Anforderungen moderner Wohn- und Gewerbenutzung gerecht wird“, betont Christian Schmitt. Auch Architekt Richard Schmalöer sieht in dem Projekt weit mehr als nur eine Ausstellung: „Für mich ist reBorn111 ein Signal, wie wir in Dortmund mit temporären Leerstand umgehen können. Indem wir Räume öffnen und für Neues nutzbar machen, entstehen Impulse für die gesamte Nordstadt.“
Zur Eröffnung sprach außerdem Ullrich Sierau, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, der das Projekt in seinem Grußwort würdigte: „Die Nordstadt ist ein Ort der Vielfalt und der Chancen. Mit Projekten wie reBorn111 zeigen wir, wie Kultur und Stadtentwicklung Hand in Hand gehen können.“
Über reBorn111
reBorn111 – Kunst und Architektur im Dialog macht das leerstehende Gebäudeensemble an der Bornstraße 111 in Dortmund für eine begrenzte Zeit zugänglich. Die Ausstellung verbindet zeitgenössische Kunst und Architektur mit dem Ort selbst und lädt dazu ein, Leerstand neu zu denken und urbane Transformation unmittelbar zu erleben.
https://start.reborn111.de/

















