Rund 13.000 Besucherinnen und Besucher haben am Samstag das Juicy Beats Festival im Dortmunder Westfalenpark gefeiert. Nach einer Umstrukturierung ging das traditionsreiche Dortmunder Open-Air 2026 erstmals als Eintagesevent an den Start – und bewies dabei, dass die Festivalformel auch in neuer Form funktioniert.
Bereits am Mittag strömten die ersten Gäste auf das Gelände. Vor insgesamt vier Livebühnen und zehn Dancefloors wurde 15 Stunden lang gefeiert. Das musikalische Spektrum reichte von Hip-Hop und Indie über Pop und Reggae bis zu House und Tech House. Auf der Mainstage eröffnete Lari Luke mit einer Konfetti-Party, Alexander Marcus verwandelte die Festwiese kurz darauf in eine große Tanzfläche. Im weiteren Verlauf zogen Ikkimel, Filow, HBz, Kaffkiez und GReeeN große Mengen vor die Bühnen.
Kurzfristiger Bühnenaufstieg: Beauty and the Beats übernimmt die Mainstage
Eine der bemerkenswertesten Geschichten des Festivaltags schrieb Beauty and the Beats. Nachdem Tiefbasskommando kurzfristig aus dem Programm gestrichen worden war – ein Bandmitglied hatte Vorwürfe auf sich gezogen, seine Stellung als Musiker genutzt zu haben, um junge Fans über Social Media zu kontaktieren – musste ein Ersatz her. Beauty and the Beats, der beim Juicy Beats einst auf einer kleinen Bühne begann und sich über die Jahre bis auf Bühne 2 vorgearbeitet hatte, übernahm überraschend den Mainstage-Slot. „Das hat total super funktioniert“, sagte Carsten Helmich, Gründer und Intendant des Juicy Beats Festivals, auf der Pressekonferenz.
Auf zehn Dancefloors, jeweils mit eigenem Fruchtmotiv und musikalischem Schwerpunkt, sorgten Clubs, DJs und Kollektive aus Dortmund und der Region für Clubatmosphäre unter freiem Himmel. DJs wie Juliet Sikora, Larse, Felipe Alemais und Roxy Nox standen hinter den Decks. Einen eigenen Platz im Programm hatte auch die Dortmunder Musikszene: Auf der Dortmund.Macht.Lauter.Stage präsentierten sich unter anderem Trixstar, Basement Education und die inklusive Band Time to Balkan. Als nächtlicher Höhepunkt erwies sich einmal mehr die Silent Disco vor der Mainstage, bei der tausende Menschen mit leuchtenden Kopfhörern tanzten.
Soziales Engagement und Barrierefreiheit als fester Bestandteil
Das Festival versteht sich ausdrücklich nicht nur als Musikveranstaltung. 150 Tickets gingen an Menschen mit Behinderung und deren Begleitpersonen aus Einrichtungen wie der AWO und der Lebenshilfe. Kinder bis elf Jahre hatten freien Eintritt, für Jugendliche zwischen elf und achtzehn Jahren gibt es ein vergünstigtes Next-Generation-Ticket mit 20 Prozent Rabatt. „Das Juicy Beats ist nun mal ein Festival für alt und für jung“, betonte Helmich.
2027: Zweitagesformat, Camping und Finch als erster Headliner
Das Festival ist in diesem Jahr mit einem neuen Partner – der DEAG GmbH – in eine neue gesellschaftliche Struktur gestartet. Der gemeinnützige Verein UPop e.V. bleibt als tragende Säule für Bandförderung, Jugendarbeit und das Volontärprogramm erhalten.
Und die Aussichten für 2027 sind konkret: Das Juicy Beats kehrt als Zweitagesfestival zurück, der Campingplatz beim TSC Eintracht wird wieder geöffnet. Als erster Headliner steht Finch fest – einst als Finch Asozial auf einer kleinen Bühne des Festivals, nun als Topact auf der großen Bühne. Ein zweiter Headliner ist bereits bekannt, wird aber erst im Oktober verkündet. Early-Bird-Tickets für 2027 sind bereits für 95 Euro erhältlich.
„Juicy Beats ist immer ein Festival, was so ein bisschen edgy ist“, sagte Helmich. „Wir wollen hier im Park sein und wir wollen entweder auf dem Dancefloor oder an den Bühnen feiern – und das mit einem wirklich guten Programm.“
Das Gelände im Westfalenpark bleibt dabei gesetzt. Gerüchte über einen Umzug in den Revierpark wies Helmich klar zurück: „Juicy Beats ist im Westfalenpark – das ist einfach eine traumhafte Venue. Kein anderes Festival hat einen Fernsehturm auf seinem Festivalgelände.“
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