Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und spürbarer Kaufkraftverluste in der Stadt blickt die Sparkasse Dortmund auf ein außergewöhnlich starkes Geschäftsjahr 2025 zurück. Die Bilanzsumme stieg um nahezu eine Milliarde Euro auf nun 12,8 Milliarden Euro – das größte Wachstum der vergangenen fünf Jahre. Damit ist das Institut die zweitgrößte Sparkasse in Westfalen-Lippe und zählt bundesweit zu den 20 größten von rund 340 Sparkassen.
„Dass jeder zweite Haushalt Kunde bei uns ist, zeigt das große Vertrauen in unsere Arbeit“, betonte Vorstandsvorsitzender Dirk Schaufelberger beim Bilanzpressegespräch. Angesichts geopolitischer Krisen, stagnierender Konjunktur und gestiegener Lebenshaltungskosten sei dieses Ergebnis alles andere als selbstverständlich.
Starkes Kundengeschäft und neue Impulse
Das gesamte Kundengeschäftsvolumen – also Einlagen, Kredite und Wertpapiergeschäft – wuchs um eine Milliarde Euro auf 22,9 Milliarden Euro. Allein 400 Millionen Euro zusätzliche Kundeneinlagen verbuchte die Sparkasse im vergangenen Jahr. Gleichzeitig wurden Kreditzusagen in Höhe von 1,75 Milliarden Euro erteilt.
Privatkundenvorstand Sebastian Junker sieht vor allem im Vertrauen der Kundinnen und Kunden den Schlüssel zum Erfolg. Mit Aktionen wie einem zeitlich befristeten „Vertrauensbonus“ gelang es, Gelder zurück zur Hausbank zu holen. Auch die digitale Vermögensverwaltung „Phoenix Invest“ entwickelte sich dynamisch: Rund 10.000 Kundinnen und Kunden nutzen das ETF-basierte Angebot, das inzwischen ein Volumen von 68 Millionen Euro erreicht hat. Im Private Banking werden zudem über 200 Millionen Euro aktiv betreut.
Belebung am Immobilienmarkt
Ein deutlicher Aufwärtstrend zeigte sich 2025 auch im Immobiliengeschäft. Die Sparkasse vermittelte 205 Objekte im Wert von 56 Millionen Euro – ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden Baufinanzierungen in Höhe von 740 Millionen Euro begleitet. Rund 2.200 Familien konnten so ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen.
Gleichzeitig engagiert sich das Institut selbst als Investor. In Dortmund und Schwerte entstehen aktuell rund 800 neue Wohnungen, teils öffentlich gefördert. Darüber hinaus ist die Sparkasse an der Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft beteiligt, die perspektivisch bis zu 2.000 weitere Wohneinheiten schaffen will. „Wir verstehen unseren öffentlichen Auftrag auch als Beitrag zur Stadtentwicklung“, erklärte Firmenkundenvorstand Peter Orth.
Mittelstand im Wandel
Im Firmenkundengeschäft zeigt sich ein gemischtes Bild. Während technologieorientierte Unternehmen vielfach solide aufgestellt sind, bleibt die Investitionsbereitschaft im produzierenden Gewerbe zurückhaltend. Die Sparkasse reagiert darauf mit gezielter Beratung, unter anderem durch die Qualifizierung aller Firmenkundenberater im Bereich Sustainable Finance. Ziel ist es, Unternehmen bei Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz kompetent zu begleiten.
Mit der Beteiligungsgesellschaft VORNvc fördert das Institut zudem technologieorientierte Start-ups. Der neue Fonds ist mit rund 40 Millionen Euro ausgestattet und unterstützt junge Unternehmen mit Eigenkapital – ein wichtiger Impuls für Innovation und Arbeitsplätze in der Region.
89.000 Euro täglich für die Region
Als öffentlich-rechtliches Institut betont die Sparkasse ihre Rolle als regionaler Akteur. Durch Spenden, Sponsoring, Ausschüttungen und Steuerzahlungen fließen rechnerisch täglich rund 89.000 Euro zurück in die Stadtgesellschaft. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt. Hinzu kommen die beiden eigenen Stiftungen mit einem Kapital von rund acht Millionen Euro.
Unterstützt werden hunderte Projekte – vom Breitensportverein über Musik- und Kulturveranstaltungen bis hin zu sozialen Trägern. Gerade in einer Stadt mit vergleichsweise niedriger Kaufkraft sei diese Form der Förderung ein wichtiger Stabilitätsfaktor, so der Vorstand. Viele Initiativen wären ohne verlässliche Partner kaum umsetzbar.
Neben klassischen Spenden setzt die Sparkasse auf langfristige Strukturen. Aus den Erträgen werden kontinuierlich Projekte gefördert, etwa in den Bereichen Bildung, Jugendhilfe, Kultur oder Integration.
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen blickt die Sparkasse Dortmund damit optimistisch nach vorn. Das Jahr 2025 habe gezeigt, dass regionale Verwurzelung, breite Aufstellung und Innovationsbereitschaft auch in unsicheren Zeiten für Stabilität sorgen können.

















