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Home Dortmund

„Tradwives“: Wenn traditionelle Geschlechterrollen zum Lifestyle werden

Vortrag im Rathaus beleuchtet am 2. September den Trend in sozialen Medien und seine gesellschaftlichen Folgen

von Wir in Dortmund (SK)
vor 1 Monat
in Dortmund
Lesezeit: 2 Minuten
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(Symbolfoto: Magnific)

(Symbolfoto: Magnific)

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Auf Social Media wirken sie oft wie aus einer heilen Welt: „Tradwives“ zeigen Bilder von Familie, Haushalt und einem scheinbar einfachen Leben. Der Begriff steht für „traditional wives“, also Frauen, die sich bewusst an einem traditionellen Rollenbild orientieren.

Doch hinter den schönen Bildern steckt mehr als ein neuer Internettrend. Das Phänomen wirft wichtige gesellschaftliche und politische Fragen auf. Welche Vorstellungen von Familie und Geschlechterrollen vermitteln die Beiträge? Welche Sehnsüchte sprechen sie an? Und welche Folgen kann ein solches Rollenbild für Gleichstellung und Selbstbestimmung haben?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Soziologin Viktoria Rösch in ihrem Vortrag am Mittwoch, 2. September, von 18 bis 20 Uhr im Rathaus am Friedensplatz, Saal Westfalia. Die Teilnahme ist kostenlos.

Zwischen Familienidyll und gesellschaftlicher Realität
Tradwives stellen traditionelle Rollen oft als bewusste und selbstbestimmte Entscheidungen dar. Der Mann sorgt für das Einkommen, während die Frau sich um Haushalt, Kinder und Familie kümmert. In sozialen Medien verbinden sie dieses Bild häufig mit aufwendig gestalteten Fotos und Videos. Dadurch entsteht der Eindruck eines harmonischen und sorgenfreien Lebens.

Fragen nach finanzieller Abhängigkeit oder nach der Verteilung von Arbeit innerhalb der Familie treten dabei leicht in den Hintergrund, wie die Referentin herausarbeitet. Wer dauerhaft den größeren Teil der Hausarbeit und Kinderbetreuung übernimmt, hat häufig weniger Möglichkeiten für eine eigene berufliche Entwicklung und ein eigenes Einkommen. Das kann die persönliche Unabhängigkeit einschränken.

Warum der Trend gesellschaftlich wichtig ist
In ihrem Vortrag arbeitet Viktoria Rösch heraus: Das Bild der traditionellen Familie steht nicht nur für eine bestimmte Art zu leben. Es taucht auch in antifeministischen und rechten Erzählungen auf. Dort dient es häufig als Gegenbild zu Gleichstellung, Vielfalt und unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens.

Deshalb wirft sie einen genauen Blick auf das Tradwife-Phänomen. Die Beiträge in sozialen Medien greifen demnach auch gesellschaftliche Unsicherheiten und Krisenerfahrungen auf. Sie vermitteln dabei die Vorstellung, ein traditionelles Familienbild könne Orientierung und Sicherheit geben. Die Veranstaltung fragt deshalb auch danach, welche Bedürfnisse hinter diesen Erzählungen stehen und warum sie gerade in sozialen Medien auf Interesse stoßen.

Wissenschaftliche Einordnung des Phänomens
Die Soziologin Viktoria Rösch arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt zu Geschlechterverhältnissen und zeitgenössischen extremen Rechten an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Der Abend bietet Gelegenheit, den Tradwive-Trend kritisch zu betrachten und besser zu verstehen. Im Mittelpunkt steht nicht die Bewertung einzelner persönlicher Lebensentscheidungen. Vielmehr geht es um die Frage, welche gesellschaftlichen Vorstellungen sich hinter dem Trend zeigen und welche Wirkung sie entfalten können.

Gemeinsam über Gleichstellung und Vielfalt sprechen
Die Veranstaltung gehört zum Projekt „DEMOKRATIE FÜR ALLE!“. Das Projekt organisiert den Abend gemeinsam mit der Integrationsagentur der AWO UB Dortmund und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund. Das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ fördert die Veranstaltung.

Anmeldung über das Beteiligungsportal NRW
Die Veranstaltungs ist kostenfrei. Die Veranstaltenden bitten um Anmeldung über das Beteiligungsportal: https://beteiligung.nrw.de/portal/dortmund/beteiligung/themen/1026816

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