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Home Dortmund

Wo Kehrmaschinen im Boden verschwinden

Die Kanalisation unter der Buggestraße scheint desolat – über die Verantwortlichkeiten gehen die Ansichten weit auseinander

von Wir in Dortmund (LM)
vor 7 Monaten
in Dortmund
Lesezeit: 2 Minuten
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Genau hier verschluckte der Boden die Kehrmaschine. Kai Gottschalk (rechts) und Nachbar Dieter Siebert bezweifeln, dass das Amt für Stadtentwässerung der Situation die nötige Beachtung schenkt.
(Fotos: Wir in Dortmund)

Genau hier verschluckte der Boden die Kehrmaschine. Kai Gottschalk (rechts) und Nachbar Dieter Siebert bezweifeln, dass das Amt für Stadtentwässerung der Situation die nötige Beachtung schenkt. (Fotos: Wir in Dortmund)

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Dass irgendetwas faul sein könnte an der Buggestraße – oder besser gesagt unter ihr – lässt sich schon per Augenschein vermuten: In Höhe der Hausnummern 5 bis 9 hat der Fahrweg zur einen Straßenseite hin eine unübersehbare Neigung, und auf einer Länge von rund 20 Metern ist der Asphalt außerdem von Rissen durchzogen, aus denen mitunter Gras sprießt. Verwunderlich findet Kai Gottschalk weder das eine noch das andere. „Womöglich muss ich ja bald ein Dixie-Klo vor mein Haus stellen“, meint der Anlieger von Haus Nr. 7 sarkastisch und fasst zusammen:
Seit rund neun Jahren schon ließe sich beobachten, dass Teile der Straße nach und nach absacken. Im Jahre 2018 dann tat sich vor dem Haus von Nachbar Detlef Höhm gar ein kleiner Tagesbruch auf, und zwar verdächtigerweise exakt über der Stelle, an der das Grundstück ans Kanalnetz angeschlossen ist.
Hier wie auch in folgenden weiteren Fällen, bei denen die Erde entlang der Buggestraße nachgab, beließ die Stadtentwässerung es einstweilen bei der „kleinen Lösung“: Sand drauf, Teer drauf und das Beste hoffen.

Wo Kehrmaschinen im Boden verschwinden
Unter den Rissen der Hauptkanal: Der Zustand der Buggestraße gibt Anlass zur Besorgnis.

Im Falle einer Bodensenkung in der Gottschalkschen Einfahrt allerdings war man dann doch gründlicher, goss u. a. Kontrastmittel ins Erdreich – und musste erleben, wie am im Kanalrohr an der Anschlussstelle positionierten Kamera-Roboter plötzlich eingefärbtes Wasser vorbeischoss. Bei Nachbar Höhm dann war die Problemlage genau umgekehrt, doch nicht weniger besorgniserregend: Das seinem Abflusssystem zugesetzte Kontrastmittel kam an seinem Wasseranschluss augenscheinlich gar nicht an. Man kann von einer Zuspitzung der Lage sprechen, als zwei Tage später schließlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine städtische Kehrmaschine plötzlich halb im Boden verschwand. Nun kam auch die Stadtverwaltung ein Stück weit aus der Reserve und stellte Untersuchungen an – allerdings mit anderem Fazit, als es sich die Buggestraßen-Anlieger erträumt hatten: Da entsprechende Untersuchungen eine veritable Schadenslage unter der Straße zu Tage brachten und die Infrastruktur der Häuser schon bis zu 60 Jahre auf dem Buckel hat, wurden die Eigentümer ultimativ bis November zur Beseitigung der Missstände aufgefordert. Kai Gottschalk allerdings sieht sich ganz im Gegenteil eher als Geschädigter: Diverse Prüfungsergebnisse belegten, dass die Lage erst in den letzten zehn Jahren komplett eskaliert sei. Und überhaupt, schüttelt er den Kopf: Abgerissene Kanalanschlüsse, einsackende Straßenabschnitte, die städtische Vermutung, es existiere ein unterirdischer Wasserlauf (!) – und das alles werde ausgerechnet „behandelt“ mit Sand und Teer?
Eine Reaktion blieb, nachdem der Hausbesitzer vor zwei Monaten Material für seine Sicht der Dinge mit Unterstützung einiger Nachbarn zusammengetragen und an die Stadtentwässerung gesandt hatte, bis heute aus. Und so schlossen sich jüngst vier der Buggestraßen-Anlieger zusammen, um mit Rechtsbeistand den erhobenen Forderungen entgegen zu treten. „25.000 € nämlich“, schätzt Kai Gottschalk, „würde ich für die Reparaturen wohl aufbringen müssen.“
In der betreffenden Sache hat sich der Siedlerbund zur Freude des Eigentümerquartetts bereiterklärt, die Rechtsanwalts-Kosten zu übernehmen. Zudem wurde die örtliche Bezirksvertretung in der letzten BV-Sitzung gebeten, sich der Sache anzunehmen und ihren Einfluss geltend zu machen.
Das Ende scheint gleichwohl offen wie ein abgerissener Kanalanschluss – wenn man so will. Derweil darf man gespannt sein, was auf bzw. unter der Buggestraße wohl als nächstes passiert. Und Kai Gottschalk recherchiert womöglich vorsichtshalber wirklich schon mal zum Thema „Dixie-Klos“.

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