In den Köpfen vieler Dortmunderinnen und Dortmunder ist der schwarzgelbe Fußballtempel von der Strobelallee bekanntermaßen ein Fixpunkt. Auch hinsichtlich der knallharten Daten und Zahlen allerdings – streng wissenschaftlich also – kann der Signal Iduna Park mit ein paar erstaunlichen Fakten aufwarten.

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Was ja schon beim bloßen Fassungsvermögen losgeht. Wer hätte z. B. gedacht, dass ganz Aschaffenburg auf den Stadionrängen Platz finden würde? Oder ganz Landshut plus die komplette Bevölkerung von – wer sonst? – Hoffenheim? Ja, schon alleine die Südtribüne könnte sämtliche Einwohner der Altstadt von Monaco auf Fußball-Exkursion beherbergen. Oder, ums mal ein bisschen weltmännischer zu machen: Alle Warsteiner.
Eine derartige Landmarke strahlt natürlich nicht nur sprichwörtlich ins Umland aus. Aufgrund der imposanten gelben Pylone wäre das Stadion bei optimalen Lichtverhältnissen und ohne Sichtbarrieren für einen 1,80 m großen Menschen zwar nicht mehr aus Warstein, aber sogar noch aus 28 km erkennbar. Das ist zugegebenermaßen eine eher theoretische Möglichkeit, ganz praktisch allerdings lässt sich der Signal Iduna Park sogar noch von der Halde Hoheward in Herten oder dem Wittener Hohenstein ausmachen.
Mindestens genauso gut stehen die Chancen übrigens aus einer anderen Richtung: Dem zurückkehrenden Urlauber im Passagierflugzeug schickt das ehemalige Westfalenstadion an wolkenlosen Abenden bei Flutlichtspielen sogar noch bis in 12 km Flughöhe einen gut sichtbaren Gruß aus der Heimat. Okay, Astronauten mit schwarzgelbem Herzen, die durchs Fenster der ISS spähen, gehen leer aus: Zu weit weg und zu viel drumrum!

(Bild: Peter Schmidt / pixabay.de)
Ein Fußball-Trip auf die Strobelallee allerdings ist bekanntermaßen ein Erlebnis nicht nur für die Augen, sondern für sämtliche Sinne, und auch hierzu gibt’s eindeutige wissenschaftliche Werte: Beim Last-Minute-Treffer der Borussen gegen den FC Malaga im Jahre 2013 etwa zeichnete das Seismometer des Geowissenschaftlichen Zentrums in Bochum klar messbare Erschütterungen auf. Dieses „Dortmund-Beben“, könnte man natürlich einwenden, wurde seinerzeit nicht nur durch ein hüpfendes prall gefülltes Stadion verursacht, sondern durch eine Stadt, die kollektiv aus Sesseln und Stühlen sprang. Wissenschaftliche Studien indes belegen, dass von mehr als 80.000 Menschen verursachte „anthropogenes Erdbeben“ tatsächlich noch in 30 km Entfernung erfasst werden können.

(Foto: Hans / pixabay.de)
Sein Hexenkessel-Image verdankt das Borussen-Stadion natürlich zum guten Teil seiner Auslastung, und darüber hinaus sicherlich auch der Architektur. Womit wir nochmals auf „der Süd“ und ihrer Kapazität gelandet wären. Kurzer Stopp für eine kleine Schätzaufgabe: Bei welcher Zahl landete man, würden die sich auf rund 7000 m2 verteilenden 24.454 Fans beim BVB-Heimspiel auf die Fläche Deutschlands hochgerechnet?
Lösung: Wäre die ganze Republik so „dicht besiedelt“ wie Dortmunds Stehplatztribüne, fänden zwischen Flensburg und Zugspitze rund 1,25 Billionen (!) Menschen Platz, was ungefähr dem 150-fachen der kompletten Weltbevölkerung entspricht. Da lässt es sich mit den tatsächlichen Dimensionen der „Gelben Wand“ an schwarzgelben Feiertagen doch komfortabler leben.

(Foto: Vivika Stamolis / pixabay.de)
Die Gäste der Südtribüne finden sich an der Strobelallee übrigens auf einer der steilsten Stehplatztribünen Europas ein. Interessant auch, dass selbst die steilste präparierte Skipiste Österreichs in Mayrhofen (Zillertal) mit 38° gerade einmal 1° mehr Neigung zu bieten hat. Grund zur Sorge besteht trotzdem nicht: Praktischerweise verfügt nur einer von beiden Orten über Wellenbrecher – und Lawinengefahr entwickelt sich ohnehin erst bei mind. 45° Hanglage.
















