Der Live-Reporter am Rande des Aplerbecker Hecker-Cups wusste gar nicht so recht, wen er als erstes namentlich hervorheben sollte: Beim BSV Schüren laufen die Uhren in dieser Spielzeit ganz offensichtlich anders, als man es vom Verein kennt. Waren die Grün-Weißen nämlich in den Vorjahren fast durchgehend der Maxime „Je unauffälliger, desto besser“ gefolgt, wollten Trainer Sascha Rammel und das Vorstandsteam nach dem dritten Beinahe-Abstieg am Stück sich und dem Club einen weiteren Tanz auf der Klinge offenkundig nicht mehr zumuten.
„Einige unserer Akteure haben nicht das umgesetzt, was wir uns von ihnen erwartet haben“, redet der Erste Vorsitzende Peter Seifert dann auch nicht um den Brei. Weswegen man bei der aktuellen Kaderplanung das „Projekt Jugendstil“ also einstweilen auf Eis gelegt und sich nach Frühjahrs-Neuzugang Kevin Brümmer mit Tim Kallenbach, Dino Dzaferoski und Marcel Münzel gleich die Dienste noch einiger weiterer klingender Namen des Dortmunder Amateurfußballs gesichert hat. Namen, die zudem in Diensten ihrer Ex-Vereine ASC Dortmund und TuS Bövinghausen schon ausgiebig Oberliga-Luft schnuppern durften.
Und Innenverteidiger Philipp Rosenkranz machte in der letzten Spielzeit mit der Spvgg. Erkenschwick gar noch den Regionalliga-Aufstieg klar.
Der Hecker-Cup als erste echte Standortbestimmung verlief der geballten Fußball-Erfahrung auf dem Rasen zum Trotz ein wenig uneinheitlich: Die Lokalrivalen Türkspor und Brünninghausen besiegt, dafür vom Bezirksligisten und späteren Turniersieger Kirchhörder SC im Elfmeterschießen bezwungen.
Im Spiel um Platz 3 agierte der BSV in den ersten 20 Minuten überlegen, stellte sich jedoch in Strafraumnähe ein ums andere Mal ungeschickt an und leistete sich hinten zudem ein paar Schnitzer. Der folgerichtige 0:3-Halbzeitrückstand war ein bedenkliches Zwischenzeugnis, die Grün-Weißen allerdings kamen zurück und bogen das Match tatsächlich noch um. Die neue Schürener Entschlossenheit lässt die Verantwortlichen hoffen, dass den mitunter uninspirierten Vorstellungen der letzten Rückserie in der nächsten Saison keine weiteren mehr folgen werden. Dem Vorstandsvorsitzenden Peter Seifert zumindest ist die Zuversicht nicht abhandengekommen: „Wir werden als Team funktionieren und mit dem unteren Tabellendrittel nichts zu tun haben“, prognostiziert Schürens langjähriger Macher, der einstweilen auch noch keinen Gedanken an den eigenen sportlichen Ruhestand verschwendet: Gibt schließlich genug zu tun. In absehbarer Zeit, so hofft er beispielsweise, kann an der Bergparte das nächste kleine Infrastruktur-Projekt in Angriff genommen und – sobald von städtischer Seite Unterstützung signalisiert wird – der leider sowohl durch Hochwasser als auch durch Langfinger gebeutelte Beach-Volleyball-Platz in ein weiteres Fußball-Kleinfeld umgewandelt werden.

















