Online-Portale in Ehren, die Kunde vom Stellenangebot in Brackel allerdings erreichte Joanna Stolz letztlich auf denkbar analoge Art: Der Papa war im Zuge seiner Recherchen auf die Ausschreibung gestoßen. Wo genau? „Die Karten hat er nie so richtig auf den Tisch gelegt“, schmunzelt seine Tochter. Darauf kommt’s aber auch nicht an – wichtig ist aus ihrer Sicht vor allem, „dass diese Aufgabe hier die perfekte Kombination meiner beiden Leidenschaften darstellt.“ Gemeint ist damit Joanna Stolz‘ neuer Job als Leiterin des Cafés im Kulturzentrum Balou, und die erwähnten beiden Leidenschaften sind zum einen die für alles, was mit Kultur und Kreativität zusammenhängt – und zum anderen die fürs Kochen. Berufliche Grundlagen hat die gelernte Köchin und studierte Kulturwissenschaftlerin in beiden Bereichen vorzuweisen.
Im Café an der Oberdorfstraße widmet sie sich ab sofort sowohl der Kulinarik als auch der Programmgestaltung. Ihre ersten Wochen im umtriebigen Brackeler Kulturzentrum ordnet die neue Leiterin als „positiv herausfordernd“ ein. „Ich bin“, unterstreicht die 35-Jährige, „einfach sehr gut aufgenommen worden. Und ich durfte bereits erleben, wie viele ganz unterschiedliche Menschen man hier begrüßen darf: Es wird einfach niemals langweilig.“
Eigene Ideen zur künftigen Programmgestaltung hat Joanna Stolz einige im Köcher. Eine Party mit Electro-Swing-Musik bzw. dem Sound der 1920er Jahre: Das könnte die in Wetter aufgewachsene neue „Chefin“ sich für ihre neue Arbeitsstätte gut vorstellen. Auch ein „Aperol-Abend“, bei dem es außer dem Trend-Getränk noch eine Auswahl an Aperitifs und kleinen Speisen gibt, könnte aus ihrer Sicht gut funktionieren.
Bereits umgesetzt ist eine andere kleine Weichenstellung: Jeweils mittwochs öffnet das „Café balou“ die Türen jetzt auch vormittags. Sollte sich das neue Angebot bewähren, steht auch einer Ausweitung nichts im Wege. Insbesondere den Austausch zwischen den Gästen des Hauses hofft die 35-Jährige auf diese Weise noch ein wenig mehr intensivieren zu können, wie Jonna Stolz überhaupt Kommunikation im Zusammenhang mit ihrer neuen Aufgabe großschreibt: Für Lob und Kritik – sei es telefonisch, per Mail oder im direkten Gespräch, hat sie daher – betont die neue Leiterin – immer ein offenes Ohr.
Kraft tankt die Wetteranerin nicht zuletzt in ihrer Heimatgemeinde nach, der sie bis heute die Treue hält. „Ich wohne ziemlich ruhig und ländlich“, erläutert sie, um anschließend schmunzelnd nachzuschieben, drei Fixpunkte ihres Lebens seien eindeutig „der Garten, der Wald und der Dackel“. Jetzt ist in jedem Falle noch ein weiterer hinzugekommen, dem sie sich mit Kreativität und Leidenschaft widmen möchte.

















