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Home Hellweg & Kaiserstraße

Das Rennen ihres Lebens

‚Asphalt-Piraten‘ wollen es von Flensburg bis nach Garmisch schaffen – in unter 60 Stunden

von Wir in Dortmund (DR)
vor 6 Monaten
in Hellweg & Kaiserstraße
Lesezeit: 2 Minuten
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Wissen Sie, es war volle Absicht, dass ich für das Foto zu meinem kleinen Artikel zwei Männer abgelichtet habe, obwohl die Kamera, oberflächlich betrachtet, eigentlich nur auf einen hätte gerichtet sein müssen. Den links im Bild, Sebastian sein Name. Sein Plan: Ein ultra-hartes Straßenrennen, von Flensburg bis nach Garmisch. Allein ist das nicht möglich, und deshalb sehen Sie auf dem Foto auch seinen besten Freund, den Micha.

Unermüdlich hilft er Sebastian, ins Ziel zu kommen, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen, es sind die häufig undankbaren Aufgaben im Hintergrund, die Micha wuppt, die Organisation vor allem, und das macht Micha vor allem deshalb: Er schätzt Sebastian und fühlt sich mit ihm verbunden. Das ist die eigentliche Geschichte, die ich hier erzählen möchte, die Geschichte zweier Helden aus der Vorstadt, einer Vorstadt namens Asseln, die sich ‚Asphalt-Piraten‘ nennen, es ist die Geschichte einer Freundschaft.

Und die beginnt in Jugendjahren. Kennen Sie ‚Oh, wie schön ist Panama‘? Das war mein erstes Kinderbuch in Schreibschrift. Es ist die Geschichte vom kleinen Bären und vom kleinen Tiger, die hinaus ziehen in die weite Welt, um dort das Land ihrer Träume zu finden. Erst am Ende ihrer Reise erkennen die beiden, dass das Land der Träume ihre Heimat ist, ihr eigenes Zuhause.

In der Geschichte von Janosch heißt es Panama, in dieser Dortmund-Asseln. Sebastian war über zehn Jahre von der Heimat weg, und als er zurück kam, traf er erneut auf Micha, und erzählte ihm von seinem Plan, nämlich als Radfahrer seinen persönlichen Mount Everest zu bezwingen. Alleine eine Sache der Unmöglichkeit, eine Herausforderung für ewig und drei Tage. Micha ließ sich begeistern von Sebastians Plan, und damit sind wir fast schon auf der Strecke.

1100 km in fast 60 Stunden, ein Straßenrennen, von Flensburg bis nach Garmisch-Partenkirchen: Das ist die Herausforderung beim ‚Race across Germany‘, und dafür quält sich Sebastian fast tagtäglich auf dem Sattel. Zwischen 60 und 120 km an einem Tag, die muss er alleine schaffen. Derweil hält Micha ihm den Rücken frei: Organisation, Finanzen, Sponsoren, Podcast für den Freundeskreis. Der fiebert mit seit Monaten, und in ein paar Wochen ist es dann soweit: das große Rennen steigt am 02. Juli.

Überhaupt in Garmisch anzukommen, das ist das Ziel, die Zeit ist nicht so recht entscheidend. Wobei: unter 48 Stunden, das wär schon geil, das finden alle beide. Dafür strampeln sie sich beide ab, selbstverständlich auch am Renntag: Sebastian Schweiß trieft auf die Straße, Micha schwitzt im Bulli nebenbei. Werden Sie es gemeinsam schaffen bis nach Garmisch?

Nun ja, ich bin kein Sportreporter – aber ich wage die Prognose: Jawoll! – Denn das, was ich erfahren hab über diese beiden Männer, versetzt mich in beste Festtagsstimmung. Sie wissen schon, was ich damit sagen will? Genau! Das große Rennen selbst ist nur der rote Faden, es geht um etwas noch viel größeres, die Freundschaft. Das Ziel dafür liegt bekanntlich auf dem Weg dahin: Zusammenhalt, Vertrauen. Nur so kann man es gemeinsam schaffen. Insofern, und das ist jetzt mein letztes Wort, sind Micha und sein bester Freund Sebastian längst schon auf der Zielgeraden.

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