Der Hauptfriedhof bekommt ein neues Haingräberfeld – Urnenbestattung unter alten Bäumen, ohne die Stadt verlassen zu müssen.
Wer sich eine Bestattung abseits des klassischen Grabsteins wünscht, hat in Dortmund inzwischen reichlich Auswahl. Auf den 32 städtischen Friedhöfen ist das Angebot in den letzten Jahren merklich gewachsen – von Obstbaumgräbern über Urnenfelder bis hin zum historischen Kolumbarium. Für Menschen jüdischen oder muslimischen Glaubens gibt es eigene Bereiche. Nun kommt auf dem Hauptfriedhof in Brackel ein neues Haingräberfeld hinzu, das vierte seiner Art im Stadtgebiet.
125 Grabstätten für jeweils bis zu zwei Urnen entstanden im südlichen Bereich des Friedhofs, eingebettet in ein weitläufiges Wegenetz und in unmittelbarer Nähe alter Bäume. Die Anlage ist bewusst naturnah gehalten: Eine Grabplatte von maximal 30 mal 40 Zentimetern darf in den Boden eingelassen werden, Grabschmuck ist hingegen nicht erlaubt – damit der Charakter des Ortes gewahrt bleibt.
Gestaltet hat das neue Feld das Gärtner*innenteam um Friedhofsmeisterin Ursula Hettwer. Die Truppe hat sich die Arbeit sichtlich zu eigen gemacht: Eine Bank aus einem alten Baumstamm zimmerten sie selbst – ein schlichter, aber stimmiger Ort zum Innehalten, der Angehörigen Raum gibt, Zeit zu verbringen und den eigenen Gedanken nachzugehen. „Uns war wichtig, dass wir den Trauernden auch eine Sitzmöglichkeit zur Verfügung stellen”, sagt Hettwer.
Die Nutzungsdauer beträgt 25 Jahre, der Pflegeaufwand ist gering. Die Kosten pro Stelle liegen bei 2.250 Euro.
Was das neue Angebot besonders macht: Waldfriedhöfe und naturnahe Bestattungen liegen seit Jahren im Trend, sind aber oft weit außerhalb der Stadt und mit längerer Anfahrt verbunden. Der Hauptfriedhof – mit rund 115 Hektar Dortmunds größte Grünanlage und der flächenmäßig größte Friedhof in NRW – bietet diese Atmosphäre mitten im Stadtgebiet. Sein alter Baumbestand, teils mit seltenen Arten, zieht auch botanisch Interessierte aus ganz Deutschland an, Spaziergänger schätzen die ruhige Atmosphäre ohnehin. Für die Haingräber bedeutet das: Waldgefühl ohne Umweg, gut erreichbar und mit der gesamten Infrastruktur eines gepflegten städtischen Friedhofs.

















