Selbst an einem normalen Donnerstagnachmittag zeigt sich am Vereinsgelände der Dortmunder Löwen – Brackel 61 ein bekanntes Bild: ein hoffnungslos zugeparkter Brauksweg, suchende Autofahrer und ein winziger Vorplatz mit zehn bis zwölf Stellplätzen. Seit Jahren kämpft der Fußballverein für eine echte Lösung. Im vergangenen Herbst schien sie endlich greifbar, doch nun ist klar: Aus dem geplanten Parkplatz wird vorerst nichts.
Die Vorgeschichte reicht weit zurück. Vor rund 35 Jahren wurde das angrenzende Wohngebiet samt Garagenhof gebaut – passend für eine Fahrzeugdichte, die heute längst überholt ist. Mit den Jahren stiegen die Autozahlen kontinuierlich, die Parkmöglichkeiten schrumpften. Vor drei Jahren wurde schließlich auch noch das beidseitige Parken am Brauksweg untersagt. Als der Verein vor einigen Jahren auf Kunstrasen umstellte, nutzte er die übrigen Materialien, um eine zugewachsene Fläche zu walzen und so wenigstens behelfsmäßige Stellplätze abseits der Straße zu schaffen. Allerdings stehen auch dort noch versteckte Parkverbotsschilder im Gebüsch, und Straßenlaternen sucht man vergebens.
Geplant wird ein richtiger Parkplatz schon seit 2009. Im Raum stehen rund 45 bis 50 zusätzliche Stellplätze, die auf der angrenzenden Grünfläche zwischen Brauksweg und Hannöverschen Straße Platz finden sollen. Aus Sicht des Vereins ist es eine zwingend notwendige Erweiterung, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen für Sportler, Besucher und mögliche Einsatzkräfte. Schließlich sind die Löwen mit rund 900 Mitgliedern, zahlreichen Mannschaften und Angeboten ein erheblicher Faktor im Stadtbezirk. Hinzu kommen ein Gehörlosenverein, der auf der Anlage trainiert, gegnerische Mannschaften und Schiedsrichter – alle möchten irgendwo parken. Eine Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr ist übrigens nur bedingt möglich. Die nächste Bushaltestelle ist 500 Meter entfernt, bietet aber höchstens Anschluss an den S-Bahn-Verkehr. Anschluss an den Hauptbahnhof gibt es erst nach einem 20-minütigen Spaziergang zum Bahnhof Dortmund Scharnhorst oder zur U-Bahn im Brackeler Zentrum.
Über Jahre hinweg war es vor allem der frühere Vereinsvorsitzende Michael Lange, der das Projekt vorantrieb. Er holte Kostenvoranschläge ein, koordinierte sich mit Grünflächenamt sowie Sport- und Freizeitbetrieben, legte verschiedene Planvarianten vor. Immer wieder seien neue Anforderungen hinzugekommen, etwa zu einer grüneren Gestaltung. Es folgten Ausschreibungen, Ortstermine, Bodenproben. Ein langwieriger Prozess, mit dem Ergebnis, dass mit jeder Verzögerung die zu erwartenden Kosten weiter stiegen.
Im September schien dann der Durchbruch geschafft. Bei einem groß angekündigten Pressetermin mit dem damaligen Oberbürgermeister Thomas Westphal wurde der Parkplatz quasi für gesetzt erklärt. Doch seit dem Jahreswechsel sei die Kommunikation merklich abgeflaut, berichten Lange und der neue Vorsitzende Jan Göbel. Dass das Projekt aus Haushaltsgründen vorerst gestoppt ist, erfuhr der Verein erst auf eigene Nachfrage. Besonders ärgerlich: Die zuletzt eingeholten Visualisierungen waren auf ausdrücklichen Wunsch der Stadt in Auftrag gegeben worden. Sollte das Projekt nun in der Schublade verschwinden, droht der Verein womöglich auf den Kosten sitzenzubleiben.
Bei den Löwen sorgt das für Frust – auch im Vergleich zu anderen Vereinen in der Stadt, die für ihre Anlagen schon einmal achtstellige Investitionssummen bewegen. Auch wenn man sich für andere freue, wie es zu einem gesunden Sportsgeist gehöre, frage man sich doch, warum für den eigenen Verein nicht einmal ein Bruchteil dessen möglich sei. Wie genau es nun weitergeht, steht noch nicht fest, einfach hinnehmen möchte der Verein diese Entscheidung auf jeden Fall nicht. Doch erstmal bleibt am Brauksweg vor allem eines: die Parkplatzsuche.

















